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Beispielhafte Solarprojekte in Friesdorf

Über eine Millionen Balkonkraftwerke („Mini-Solarkraftwerke“ oder auch „Steckerkraftwerke“) sind bisher in Deutschland installiert worden. Hinzu kommen die größeren Anlagen auf den Dächern. Auch in Bonn boomt der Ausbau von solarer Energienutzung in Bürgerhand. Der „SPIEGEL“ meldete jüngst, dass Bonn „Balkonkraftwerk-Hauptstadt“ ist; in Bonn gibt es über 3.000 angemeldete Mini-Solaranlagen. Eine „Dunkelziffer“ gibt es bei der Anzahl dieser Anlagen. Sie sind nämlich nur anzeigepflichtig beim „Marktstammregister“ der Bundesnetzagentur – nicht genehmigungspflichtig. 

Die Projekte sind in Art und Größe sehr unterschiedlich. Ein Musterbeispiel ist der Ortsteil Friesdorf. Auch an öffentlichen Gebäuden eröffnet sich ein großes Potenzial solarer Energienutzung. Die nachfolgende Auswahl illustriert beispielhaft die Bandbreite realisierten Projekte.


Dr. Manfred Fuhrich


Paneelen auf dem Terrassendach
Foto: Dr. Manfred Fuhrich

S. Solarterrassendach

Typ: Kleine Lösung auf dem Terrassendach

Projektbeschreibung:

Trotz schwieriger Standortbedingungen mit kleiner Dachfläche und Verschattung durch großen Baum wollte der Hauseigentümer einen persönlichen Beitrag zur Energiewende erbringen. Das Solardachkataster der Stadt Bonn ermutigte den Hauseigentümer, aber die übliche Anbieter am Markt lehnten die Installation wegen geringer Fläche ab. Nach einigen Versuchen mit „Insellösungen“ im Garten und im Ferienhaus installierte er in Eigenarbeit eine Mini-Anlage mit drei Paneelen à 120 Watt in Süd-West-Richtung und einer Solarbank mit integriertem Wechselrichter und einer Speicherkapazität von 3.200 KW (ANKER). Und es funktioniert, wenn auch im bescheidenem Umfang. Mit ca. 400 Euro für Solarpanelen sowie für die beiden Solarspeichereinheiten mit 1.200 Euro hielten sich die Kosten in Grenzen.

Kommentar Dr. Manfred Fuhrich:

„Schon seit den 80er Jahren experimentierte ich mit Solarzellen. Jahrelang betrieb ich eine Insellösung für geringen Eigenbedarf im Garten ohne Netzanschluss. Das war eher Bastelei und Neugierde. Mein Eigenheim ermöglichte mir die Erweiterung auf eine kleine Hausanlage mit hochwertigem Speicher von Anker. Über Internet kann ich mittels einer App den Verbrauch kontrollieren und steuern. Es ist ein schönes Gefühl, eine kleinen Beitrag zur Energiewende leisten zu können.“

weitere Informationen:

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/erneuerbare-energien/steckersolar-solarstrom-vom-balkon-direkt-in-die-steckdose-44715

Veröffentlichung: Strategien für klimagerechte Dachflächen

machdeinenstrom.de, sonnenenergie.de, buergerwerke.de

 

Photovoltaik auf dem Dach
Foto: Joachim Schaefer

M. Solarpanelen auf dem Dach

Typ: typische Lösung für Reihenhaus

Projektbeschreibung:

In unmittelbarer Nachbarschaft des Objektes sind fünf sehr unterschiedlich große Solaranlagen installiert worden. Diese Dachanlage ist als einzige in günstiger Schräglage und in Südost-Ausrichtung auf einem Reihenendhaus angelegt. Die Anlage ist in zwei Stufen installiert worden. Zunächst mit zwei Modulen mit jeweils 400 Watt und zwei Jahre später wurde sie um zwei Module mit jeweils 600 Watt erweitert. Damit ist die zulässige Grenze von 2000 Watt eingehalten. Die komplette Anlage wird geregelt über eine Solarbank 3 E2700 Pro. Dieser Typ erlaubt zusätzlich das Speichern von Strom aus dem Netz (bidirektional). Sie ist also notstromtauglich.

Kommentar Joachim Schäfer:

„Meine Absicht war es, einen eigenen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Obwohl im Bonner Energiekataster die Eignung des Standortes bestätigt ist, lehnten die großen Solarfirmen die Installation wegen geringer Größe ab. So entschied ich, das Projekt mit einem kleinen Unternehmen aus der Region in Selbsthilfe durchzuführen. Wir haben die Anschlussleitungen über einen nicht mehr genutzten Kamin in den Keller zur Solarbank gelegt. Die Produktion von Solarstrom läuft zu meiner vollen Zufriedenheit und ich kann dies immer wieder mit Freude laufend über eine APP kontrollieren.“

weitere Informationen:

https://www.stadtwerke-bonn.de/fuer-zuhause/nachhaltigkeit/solardachkataster/

https://www.energieatlas.nrw.de/site/karte_solarkataster

 

Solarpanelen auf Dach und vor Balkonen
Foto: Dr. Manfred Fuhrich

L Demonstrativprojekt eines Pioniergeistes

Typ: Solarnutzung im Mehrfamilienhaus

Projektbeschreibung:

Im Gegensatz zu Eigenheimen galt die Nutzung von Sonnenenergie in einem Mehrfamilienhaus bisher als schwierig. In diesem Fall trat der Hauseigentümer eines Mehrfamilienhauses den Beweis an, dass es sehr wohl geht. Neben den positiven Wirkungen für die Mieterschaft diente das Objekt als Lernwerkstatt und praktisches Demonstrationsobjekt für die Förderung der Nutzung von Solarenergie im Wohnungsbestand. Der Eigentümer, Hans-Georg Schwalb versteht sich als Pionier in Sachen Solarenergie und wirkt als „Solarscout“ in einer regionalen Bürgerinitiative. Er ist Vorstandsvorsitzender von „Friesdorfer Energie Verein“. In einer ersten Ausbaustufe mit 28 Paneelen wurde das Dach seines Hauses fast vollständig belegt. Weitere ##12 Paneelen wurden als vier Balkonkraftwerke in einer zweiten Ausbaustufe installiert.

Kommentar Hans-Georg Schwalb:

„Das Musterhaus soll durch seinen Vorbildcharakter praktisch und anschaulich helfen, Energie- und Kostenwende für jede/n Bürger*In erfahrbar zu machen und ihn daran zu beteiligen! Es soll helfen, durch nachbarschaftliche Beratung Hürden aus dem Weg zu räumen. Mit diesem Projekt soll beispielhaft gezeigt werden, dass Bonn energieautark von fossilen Brennstoffen werden kann.“

weitere Informationen:

https://www.frienergie.com/

Bonn – BürgerSolarBeratung

https://netzwerk-energiewende-jetzt .de/genossenschaften/energiegenossenschaften-finden/begadresse/friesdorfer-energie-genossenschaft-eg

 

120 Solarpanelen auf dem Kirchendach
Foto: Annette Unkelbach

XL Solardach der Thomas-Gemeinde

Typ: große Solaranlage auf Kirchendach

Projektbeschreibung:

Auf dem Dach der Pauluskirche produziert eine großflächige Solaranlage von 400 Quadratmeter mit 120 Solarpanelen bis zu 60 000 Kilowattstunden Peak Strom pro Jahr. Jedes einzelne Modul erzeugt 370 Watt; das Investitionsvolumen: 72.000 Euro. Eine Anschubfinanzierung der evangelischen Thomasstiftung über 24.000 Euro und eine motivierende Spendensammlung unter den Gemeindemitgliedern sicherten den Erfolg. Der laufende Fortschritt wurde auf einem großen Spendenbarometer im Kirchenvorraum dokumentiert. Auf eine Speicherung des gesammelten Stroms wurde verzichtet, da dies weitere 20.000 Euro gekostet hätte. Heute wird auf einem großen öffentlichen Display vor der Kirche die Produktion und die erreichte Leistung öffentlichkeitswirksam dokumentiert.

Kommentar Annette Unkelbach:

„Unsere Generation hat es verbockt… Wer soll es denn tun, wenn nicht wir als Kirche“ sagt die Umweltbeauftragte der Kirchengemeinde, Frau Unkelbach. “ „Wenn die Gemeinde nur das tue, was sich schnell rechne, reiche das nicht.“ „Denn unser Ziel ist ja, die Schöpfung zu bewahren.“ “Das ist eine echte Investition in die Zukunft und ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung.“

weitere Informationen:

https://thomas-bad-godesberg.ekir.de/inhalt/himmelsenergie-fuer-paulus

https://bgv.ekir.de/blog/in-himmelsenergie-investiert

 

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