Bonn blüht auf!
Wer am Budafokpark entlanggeht, ahnt kaum, welch grüne Oase sich hinter dem Eisengatter verbirgt: Der „Garten der Bildung“ der Volkshochschule (VHS) Bonn hat sich seit 2022 von einem grauen Hinterhof in einen lebendigen, umweltpädagogischen Lernort verwandelt. Direkt zwischen dem Haus der Bildung und dem historischen Windeckbunker am Mülheimer Platz 1 gelegen, vermittelt dieses urbane Projekt praktische Nachhaltigkeit.
Alessandra Moog
Umweltbildung zum Anfassen und Mitmachen

Parzellen im Garten der Bildung mit Mulch.
Foto: Alessandra Moog
Das Konzept hinter dem Lernort ist simpel wie effektiv: Beobachten, Lernen und aktives Mitgestalten.Workshops mit vorheriger Anmeldung – etwa zu Themen wie Kompost, Permakultur oder dem Anbau von Wintergemüse – vermitteln essentielles Wissen für den eigenen Balkon oder Garten. Ergänzt wird dieses Angebot durch den offenen Gartentreff, der von einem erfahrenen Gärtnermeister geleitet wird. Hier können brennende Garten-Fragen mitgebracht werden und Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht, weshalb robuste, wetterfeste Kleidung empfohlen wird.
Kreatives Handwerk und Artenschutz
Der Garten versteht sich als Oase für urbane Biodiversität und bietet die Chance, aktiv an der Gestaltung eines ökologisch hochwertigen Nutzgartens mitzuwirken.
Dabei geht das Programm weit über das reine Gärtnern hinaus:
- Gemeinschaftliche Bauprojekte: Wie das Zimmern von Vogelhäuschen oder das Bauen von Wurmkisten für den Heimbedarf.
- Traditionelles Handwerk: In Kreativkursen erlernen Interessierte beispielsweise das klassische Weidenflechten.
Rückkehr der Bienen: Dem Imker über die Schulter schauen
Ein besonderes Highlight sind die Bienenvölker im Garten der Bildung. Ein erfahrener Imkermeister leitet vor Ort den offenen Imkertreff, ein Angebot, das auch Neulingen die Gelegenheit bietet, die im Jahresverlauf anfallenden Arbeiten an den Bienenstöcken hautnah zu begleiten und ein tieferes Verständnis für diese wichtigen Bestäuber zu entwickeln. Durch die Schaffung des Schmetterlings- und Wildbienensaums sowie den offenen Imkertreff verwandelte das Projekt einen grauen Hinterhof in ein biodiverses Trittsteinbiotop, wo auch die Tierwelt Lebensraum findet.
Verbessertes Stadtklima

Himbeerstrauch.
Foto: Alessandra Moog
Der „Garten der Bildung“ entfaltet einen messbaren ökologischen Nutzen für die Stadtgesellschaft. So fungiert die entsiegelte Fläche als natürliche Klimaanlage, die Hitzeinseln in der dichten Bonner Innenstadt effektiv entgegenwirkt und bei Starkregen als wichtiger Wasserspeicher dient. Dadurch besitzt das Projekt einen unschätzbaren Mehrwert.
Begegnung im Grünen
Auf kleinstem Raum holt der „Garten der Bildung” die Natur zurück in den Alltag der Menschen und bricht die Anonymität auf. Als sozialer Treffpunkt ermöglicht er den Austausch zwischen Generationen und Kulturen, beim gemeinsamen Lernen, Werkeln und Gärtnern. Hier stehen unverzichtbare Zukunftskompetenzen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Vordergrund. Das in den Veranstaltungen erworbene Wissen über Kreislaufwirtschaft, Bodengesundheit und saisonale Selbstversorgung lässt sich sofort auf den eigenen Balkon oder die Fensterbank übertragen. Zudem stärkt die gemeinsame körperliche Arbeit an der frischen Luft die mentale Gesundheit und schafft ein tiefes Bewusstsein für den Wert unserer Lebensmittel und den Schutz unserer Ökosysteme. Dass im Herzen der Stadt, inmitten von Stein und Beton, lebendige Natur aufblühen kann, ist ein Erlebnis nicht nur für Wissenshungrige, sondern auch für alle Sinne.
Der Garten der Bildung ist auch über die Stadtbücherei erreichbar, direkt neben dem Projekt Lesegarten. Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt teils kostenpflichtig, teils kostenfrei, direkt über die Volkshoch-schule Bonn: https://www.vhs-bonn.de
Es folgt eine Anzeige unserer Unterstützer*innen/in eigener Sache.
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