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BUND – In den Gremien: Bürgerantrag zu Photovoltaik auf dem Meßdorfer Feld

24. August 2026 | Ausgabe 4 / 2026 Innovation, BUND, Gesellschaft, Naturschutz, Umwelt, Umweltschutz, Verbände | 0 Kommentare

Wichtiges Signal für Erhaltung des Meßdorfer Feldes!


Lisa Krane


 Wie in Ausgabe 1/2025 und 2/2025 der BU-berichtet, hat Rudolf Schmitz, Sprecher der Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes, im November 2024 einen Bürgerantrag gestellt, um Freiflächenphotovoltaik-Anlagen (FFPV) auf dem Meßdorfer Feld zu verhindern. Der Bürgerantrag wurde am 7. Mai 2026 im Bonner Stadtrat abschließend behandelt. Mehrheitlich beschlossen wurde ein von CDU, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, SPD und Volt gemeinsam gestellter Änderungsantrag, der im Wesentlichen der Zielsetzung des Bürgerantrages entspricht.

Das Foto zeigt eines der von der Bürgerinitiative rund um das Meßdorfer Feld aufgehängten Banner.
Foto: Jonas Klingel

Auch wenn eine grundsätzliche Untersagung von FFPV nicht beschlossen wurde, weil erst bei einem konkreten Bauantrag über die Installation von FFPV auf dem Feld rechtssicher entschieden werden kann, kann der Ratsbeschluss als Erfolg für den Bürgerantrag gewertet werden. Der Beschluss wird auch vom BUND Bonn ausdrücklich begrüßt, denn er berücksichtigt die hohe Bedeutung des Meßdorfer Feldes als Kaltluftentstehungsgebiet, als Offenland-Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, als fruchtbare landwirtschaftliche Kulturlandschaft und als wichtiges Naherholungsgebiet.

Weitergehende Informationen zum Bürger-antrag, zum Beratungsverlauf und zur begleitenden Online-Petition, die von rund 2.000 Personen unterzeichnet worden ist, finden Sie auf der Webseite der Bürgerinitiative (www. messdorferfeld.de) .

Alle Wetter: BUND machts möglich!


Uli Krause


Es ist Anfang Mai, der Aktiventreff der BUND-Kreisgruppe zerbricht sich die Köpfe, wie ihr Material möglichst emissionsfrei zum Botanischen Garten in Bonn transportiert werden soll. Es geht um den „Tag der Artenvielfalt“ am 31.5., bei dem man – wie eigentlich jedes Jahr – mit einem Infostand vertreten sein will. Doch es will einfach kein Weg reinführen. Der Fahrer des E-Autos ist verhindert, jener mit einem eigenen Fahrradanhänger sowieso, und von aus der Zeit gefallenen Verbrennungsmotoren wollte man noch nie abhängig sein. Plötzlich ist da die Idee: „Bolle“, der umweltfreundliche Lastenrad- und Anhängerverleih! Schnell ist die Seite im Internet gefunden, auch ein Nutzerkonto im Handumdrehen eingerichtet. So weit, so gut, sollte man nun denken, und einem erfolgreichen Aktionstag nichts mehr im Wege stehen.

Stattdessen aber kam besagter Tag, oder sagen wir besser: das kritische Wochenende, mit einigen ungeahnten Kapriolen und Komplikationen daher. Es begann damit, dass der „Bolle“-Anhänger bereits am Freitagnachmittag, noch zu normalen Geschäftszeiten, ausgeliehen werden musste. Jenem „Mitstreiter 1“ jedoch, der für die Abholung vorgesehen war, hatte eine kurzfristige dienstliche Änderung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also musste Mitstreiter 2 einspringen, um das Fahrrad samt Anhänger zunächst mal zum BUND-Depot im Ökozentrum („ÖZ“) Bad Godesberg zu bringen, von wo die Materialien abzuholen waren. Damit nun aber Mitstreiter 2, aus dem Bonner Norden kommend, nicht auch noch mehrmals zwischen Nord und Süd hin- und herpendeln musste, kam Mitstreiter 3 ins Spiel, mit Wohnadresse strategisch nah in Friesdorf. Ihm jedoch fehlte wiederum der Schlüssel zum ÖZ, um von dort den (inzwischen vorbereiteten) Transport zu übernehmen…

Infostandtransport mit dem freien Lastenrad ‚Bolle‘.
Foto: BUND Bonn

Nach einer speziell ausgeklügelten Kombination aus „Schlüssel-in-Briefkasten-Werfen“ und „Schlüssel-diskret-Hinterlegen“ schienen nun endlich alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, als am entscheidenden Sonntag-morgen noch etwas ganz anderes und viel Unvorhersehbareres alle involvierten Köpfe erneut rauchen ließ. „Amtliche WARNUNG vor STARKEM GEWITTER“, schrillte plötzlich ein Handyalarm: „…vereinzelt umstürzende Bäume“…, „Aufenthalt im Freien vermeiden oder Schutz suchen“… Ach du dickes Ei! Auch wenn die Ladung des Bolle-Anhängers dank ihrer robusten, wasserdichten Plane trocken geblieben wäre, erschien ein unmittelbares Losfahren so viel zu riskant. Bis 10 Uhr sollte am Tag der Artenvielfalt aufgebaut sein – damit schien die Sache kurz vor ihrem Abbruch zu stehen.

Doch so wie nach jedem kräftigen Schauer meist wieder die Sonne lacht, wendete sich bald alles endgültig zum Guten. Das Unwetter grollte von dannen. Der Transport glückte. Der Aufbau verlief pünktlich und planmäßig. Und überhaupt resultierte ein prima Zusammenspiel aus – danach – trockenem Wetter, guter Laune am Stand und reichlich Publikumsinteresse am Ende in jeder Menge fruchtbarer Gespräche und zufriedenen Gesichtern. Mitstreiter 4 (wohnhaft in Bad Godesberg, ur-sprünglich als „1“ vorgesehen) übernahm den Rücktransport ebendahin und brachte Fahrrad und Anhänger am Montagmorgen wieder un-versehrt zu „Bolle“ zurück

Die Moral von der Geschicht sind, bei näherer Betrachtung, deren gleich zwei: 1.) dass, wenn alle Gleichgesinnten gut zusammen planen und kräftig in die Pedale treten, kein Hindernis unüberwindbar bleibt. Und 2.): dass so ein „Bolle“-Anhänger (übrigens kostenlos ausleihbar!) jedem dieselnden und rußenden Konkurrenten in Sachen Nachhaltigkeit überlegen ist. Bei nächster Gelegenheit gerne wieder.

 

Die BUND–Kreisgruppe Bonn

trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monatum 19:00 Uhr im Ökozentrum Bonn, Friesdorfer Straße 6, 53173 Bonn (U-Bahn Plittersdorfer Straße).

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