Die Straßenbahn nach Holzlar

13. September 2023 | Jürgen Huber, Nachhaltigkeit, Ökologie, Umwelt | 0 Kommentare


Jürgen Huber


Die Beuel-Großenbuscher Kleinbahn wird wohl den wenigsten Menschen bekannt sein. Manch eine*r ist vielleicht schon mal vom Beueler Bahnhof oder Sankt Augustin zu Pützchens Markt gefahren, ansonsten rostet der Gleiskörper dieser Eisenbahn vor sich hin. Und nicht nur das, die Stilllegung wird nicht mehr ausgeschlossen.

Im Lead City Plan der Stadt Bonn ist zu lesen, dass eine Straßenbahn über Beuel Bahnhof und Pützchen nach Holzlar geplant ist! Würde diese Strecke in das geplante Stadtbahnnetz eingebunden werden, wäre meiner Meinung nach vom Eisenbahnrecht her einiges schon geklärt, da die Trasse ja noch besteht.
Das hat mich animiert, diese Strecke abzugehen und meiner ganz persönlichen Fantasie freien Lauf zu lassen, das Ergebnis sehen Sie auf den Bildern unten!

Ein wenig Geschichte:
Im Jahre 1900 wurde die Stecke eröffnet. Sie diente dem Abtransport von Ton, der in den Hangelarer Tonwerken abgebaut und zum Bahnhof Beuel gebracht wurde. Der Anschluss an die Bröltalbahn erfolgte in Hangelar. Da diese auf schmaler Spur verkehrte, wurden hier die Waggons auf sogenannte Rollböcke umgeladen. Heute existiert nur noch die Strecke bis zur Konrad Adenauer Straße in Hangelar. Der Rest bis Großenbusch wurde 1965 stillgelegt und ca. 1970 abgebaut.
Nachdem der Güterverkehr1994 eingestellt wurde, kaufte die Stadt Bonn die 4,6 Kilometer lange Strecke und verpachtete diese unentgeltlich an die Rhein Sieg Eisenbahn (RSE). Ziel war der Erhalt der Stecke, für den die RSE Sorge zu tragen hatte.
Da der Kostenaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stand, kündigte die RSE Mitte 2019 den Pachtvertrag mit der Stadt. Leider kam ein neuer Pachtvertrag mit einer Kostenbeteiligung der Stadt Bonn nicht zustande. Die Stilllegung der Strecke würde die Stadt Bonn sehr viel Zeit und Geld kosten, da nach einer Streckenstilllegung alle Genehmigungsverfahren für eine Stadtbahn neu aufgerollt werden müssten. Da kann der Stadt Bonn nur geraten werden, noch einmal mit der RSE zu verhandeln und sich an den Kosten zu beteiligen.

 

 

Wir überqueren die Königswinterer Straße

 

Wir fahren über eine landschaftlich schöne Strecke bis zur Broichstraße

 

An der Broichstraße steigen die Mitarbeitenden der ansässigen Unternehmen ein und aus.

 

Wir überqueren die Pützchen Chausse

 

Die Station am Weidenbach ermöglicht den Kund*innen des Einkaufsmarktes ein schnelles Einsteigen in die Bahn.

 

Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Station Müldorfer Strasse, an der die Fahrgäste in die Busse der Linie 608/609 weiter nach Gilgen umsteigen können. Auch Busse nach Hennef befahren diese Strecke und können von Fahrgästen schneller erreicht werden.

 

Es folgt eine landschaftlich schöne Fahrt bis zur Station Bergmeister Siedlung/Kautex, hier werden eine größere Ansiedlung von Menschen als auch die Kautex Werke bedient.

 

Wir verlassen nun Bonn, und in St. Augustin erreichen wir die Station Heckenweg, auch hier gibt es einige Gewerbebetriebe, aber es gibt auch riesige Industriebrachen, die P&R Möglichkeiten für jede Menge Pendler ermöglichen.

 

Die vorläufige Endstation wäre die Konrad Adenauer Strasse, der Ortseingang von Hangelar ist wenige hundert Meter von der Bahn entfernt.

Diese Strecke zu verwirklichen bringt einige Herausforderungen mit sich, denn am Beueler Bahnhof muss die Eisenbahnlinie unter- oder überquert werden, aber dieses Problem überlasse ich gerne den Fachleuten.

Alle Bildrechte liegen bei Jürgen Huber

 

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