Lauter Lärm und grelles Licht
Im heutigen schnelllebigen digitalisierten Alltag gibt es eine Unmenge von Sinnesreizen, die unsere Aufmerksamkeit und Konzentration kurzfristig binden und auf Dauer gesundheitlich erschöpfen können. Auf das rechte Maß an Dezibel für die Lautstärke oder Lumen für den Lichtstrom können wir achten.
Ralf Wolff

Logo: „Tag gegen Lärm“ (Quelle: Tag gegen Lärm).
Wie laut ist es in Bonn? Ein kleiner Hörspaziergang auf dem Bonner Talweg vermittelt Ihnen wie laut es zugehen kann, wenn die Betriebsamkeit des Alltags und während der Nacht im übervollen Maße fordert. Ein Blick in den jüngsten Lärmaktionsplan der Stadt Bonn hilft Ihnen bei der Frage, wo Bonn Sie ungestört zum Verweilen und Flanieren einlädt oder stillere Wohnorte anbietet.
Im öffentlichen Raum lauten Lärm und grellem Licht entkommen zu können, erfordert mitunter lange Wege oder Warten auf eine reizarme Atmosphäre. Der Leserinnenbrief „Laubbläser-Tum“ spricht aus, wie eingefahrene Gewohnheiten das Wohnumfeld unerträglich machen.
„Tag gegen Lärm“
Öffentlichkeitswirksame Lärmaktionstage wie der „Tag gegen Lärm“ lassen auf einen angemesseneren Umgang mit der Umwelt hoffen. Wir berichten über „reizarmes Einkaufen“ in Form einer „Stillen Stunde“. Wenigstens einmal wöchentlich soll der Reizüberflutung durch Reduzieren der Beleuchtungsstärke oder Ausstellen der Beschallung Einhalt geboten werden. Insbesondere hochsensible und gesundheitlich eingeschränkte Mitmenschen profieren davon. Stille Stunden sind leider noch nicht üblich. Wir fanden eine im Betriebsalltag des CAP-Markts in Euskirchen-Kuchenheim.
Aus Vergnügen will man es manchmal laut und grell haben: Seit vierzig Jahren erfreuten sich die Bonner*innen und Rheintouristen am Lichtspektakel „Rhein in Flammen“ in der Rheinaue. Den Lärmpegel ertrugen sie für die emotional bewegenden Lichtzeichnungen am Himmel. Damit einher gingen jedoch gravierenden Störungen der Tierwelt an ihren Rückzugs- und Brutstätten als auch von Zugvögeln. Erfahren Sie, wie die Stadt in Zukunft „Rhein in Flammen“ ausrichten lassen möchte. Einschätzungen aus dem Umweltengagierten-Netzwerk zeigen, dass das Konzept dem Artenschutz bezüglich Lärm und Licht hinterherhinkt / keine Zustimmung findet.
Lichtverschmutzung
Immer hellere Nächte gefährden unsere Umwelt und die Artenvielfalt. Lichtverschmutzung zählt zu den unterschätzten Umweltproblemen unserer Zeit. Ein Artikel zeigt, wie die Organisation „Paten der Nacht“ über Lichtverschmutzung aufklärt und welche einfachen Lösungen jeder gegen Lichtverschmutzung ergreifen. Im Vergleich zu urbanen Regionen gibt es in den Alpen noch Gebiete mit natürlicher Dunkelheit. Der Deutsche Alpenverein fordert bewusste Planung und angepasste Technik, um wichtige Rückzugsräume für lichtempfindliche Arten zu erhalten. In den Alpen entstehen sogenannte „Dark-Sky“-Gebiete und Sternenparks, in denen gezielt Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung umgesetzt werden. Der Blick auf die Milchstraße ist in den Alpen noch möglich. Genießen Sie mit dieser Ausgabe eine erlebnisreiche Nacht unter dem Sternenhimmel.
Optimierung der Lichtquellen
Um Energie zu sparen, wird die Beleuchtung öffentlicher Infrastruktur verstärkt auf LED umgestellt. Dabei kommen in der Regel Leuchten mit einem hohen insektengefährdenden kurzwelligen Lichtanteil zum Einsatz. In einem aktuellen Forschungsprojekt des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beim Eisenbahn-Bundesamt, des Leibnitz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) am Museum Koenig Bonn und der Deutschen Bahn InfraGO AG wurde die Anziehung nächtlich fliegender Insekten bei Einsatz unterschiedlich farbiger Lichtquellen untersucht. Nun liegen ermutigende Ergebnisse vor.
„Lichtverschmutzung“ ist nicht nur eine Belastung für wehrlose Tiere. Auch wir Menschen leiden unter grellem Licht und schrillen Tönen in der Stadt. Die Streiflichter schlagen einen Bogen über das Spannungsverhältnis von Lärm zu Licht.
Unser Gastautor begab sich „unter Leute“ in das Wartezimmer eines HNO-Arztes mit ihren vielfältigen Schicksalen durch Lärmbelastung. Sie benötigen Wohlklang.
Wohlklang heimatlich
Als Abrundung unseres Schwerpunkts möchten wir Ihnen von einem ausgesprochenen Wohlklang berichten. Ende Januar lockte die seit kurzem wiedereröffnete Beethovenhalle zu einer Reise durch unterschiedlichste musikalische Gefilde und Texte zum Thema Heimat. Im Konzert ging es auch um die Frage, wie die Beethovenhalle eine „Halle für alle“ werden könnte. Hierzu entwickelten Schüler*innen der Bertolt-Brecht-Gesamtschule im Zwiegespräch mit dem Beethovenorchester und dem Hirtengesang aus Beethovens Pastorale ihre ganz eigene Vision.
Weitere Themen, die in dieser Ausgabe behandelt wurden sind die Belastung von Hitze und Feinstaub in Bonn sowie ein Bericht über die Essbare Stadt Andernach.
Es folgt eine Anzeige unserer Unterstützer*innen/in eigener Sache.
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