Jürgen unterwegs – Die entspannte Wanderung

17. Februar 2024 | Ausgabe 1 / 2024, Jürgen Huber, Jürgen unterwegs, Nachhaltigkeit, Ökologie | 0 Kommentare

Lange habe ich mir Gedanken gemacht, was ich denn zum Schwerpunktthema Bäume in Jürgen unterwegs beitragen kann! Denn es ist oder wird hier alles Wichtige zum Thema Bäume gesagt. Sie sind CO2 – Speicher und Schattenspender. Sie reinigen unsere Atemluft, filtern das Wasser und sie bieten Lebensraum für Tiere. Auch verhindern sie durch ihr Wurzelwerk Erosion und damit Überschwemmungen. Dann habe ich mir gedacht, dass wir einfach einen Waldspaziergang im Stadtgebiet Bonn machen, um die Wirkung der Bäume auf Seele und Körper zu genießen.
Ein Artikel aus der aktuellen Print Ausgabe Seite 6

 


Jürgen Huber


Die dunkle Seite

Nicht jeder oder jedem ist ein Baum in seiner Nähe so richtig angenehm. Möglicherweise stört der Baum bei einem Bauprojekt, behindert die schöne Aussicht oder er nimmt einfach nur Licht weg.

Gefrefelter Baum in Bonn-Mehlem am Rheinufer © Foto Jürgen Huber

Mein erstes Erlebnis mit einem störenden Baum hatte ich in Bonn Castell. Hier bewohnte ich ein kleines Hexenhäuschen mit einem großen Grundstück und einem riesigen uralten Nussbaum vor der Türe. Dieser fiel unter die damals schon bestehende
Baumschutzsatzung. Ich durfte dieses Häuschen unter der Bedingung bewohnen, meinen sofortigen Auszug durchzuführen, wenn das Grundstück verkauft würde. Der Verkauf dieses Grundstücks war für den Besitzer sehr schwierig, denn mitten drauf stand dieser riesige uralte Walnussbaum. Doch irgendwann war es soweit, das Grundstück wurde verkauft und ich musste ausziehen. Ich habe das Ganze im Auge behalten und siehe da, eines Morgens war dieser Baum weg. Einer Bebauung war Tür und Tor geöffnet.
Ein krasser Fall von Baumfrevel passierte im Jahre 2019 am Mehlemer Rheinufer. Einer amerikanischen Eiche und einem Lederhülsenbaum wurde in die Rinde mit einer Kettensäge ein Schnitt von einer Breite bis zu circa drei Zentimetern zugefügt. Den beiden Bäumen wurden die Leitungsbahnen zur Versorgung komplett durchtrennt. Lest hier den Artikel dazu.

Der Genussspaziergang

Bachlauf im Gegenlicht © Foto Jürgen Huber

Wir beginnen unsere Wanderung an der Haltestelle Rigalsche Wiese in Bad Godesberg und durchwandern zuallererst einmal den Redoutenpark. Wir finden dort einige Brunnen, und wenn wir uns nicht verlaufen, geht es über die Elisabeth- und Drachenfelsstraße in den Wald. Schauen wir den Abhang herunter, sehen wir den Draitschbrunnen, dort gibt es Werktags außer Samstags zwischen 13:30 Uhr und 18:00 Uhr, Samstags 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr gegen eine Schutzgebühr das Wasser der Draitsch- und Kurfürstenquelle. Zum Probieren oder um es in mitgebrachten Gefäßen für zu Hause abzufüllen.
Weiter vorbei an der Kirche der „Orthodoxen Mariä-Schutz-Gemeinde“, die im „Vorgarten“ einen leider aufgelassenen Weinberg beheimatet, gelangen wir auf die „Marienforster Promenade“. Wir passieren vorher eine Minigolfanlage nach dieser geht es dann moderat bergan.

Die einen sehen die Steigung und das Tal als sportliches Training für die tägliche Fitness in frischer Luft, die anderen gehen mit großer Aufmerksamkeit durch dieses Tal und erfreuen sich der tollen Bilder, die sich dem Auge dort bieten. Auf der rechten Seite sehen wir den Godesberger Bach, dann begleitet uns der Bach beidseitig, da er sich weiter oberhalb in zwei Flussläufe teilt. Der eine Lauf geht direkt am Weg entlang, auf den anderen blicken wir etwas tiefer zur rechten Seite. Gottseidank wurde hier nichts begradigt, und so mäandert der Bach gemütlich bergab. Bei aufmerksamem Hinschauen sehen wir tolle von der Natur erstellte Gebilde, wie unterspülte Baumwurzeln, einen umgefallenen Baum, der als Deko dient.
Der Teich zur rechten ist im Sommer eher nichts fürs Auge, denn das Wasser ist vor lauter grünen Algen auf der Oberfläche nicht zu sehen. Ab und zu liegen Kühe gemütlich in der Sonne.

Fast auf dem Heiderhof© Foto Jürgen Huber

Dann überqueren wir den Marienforster Steinweg und verlassen den Wald, um weiter bergan durch Felder in Richtung Heiderhof zu laufen. Dort bringen uns die Linien 611 und 613 wieder ins Tal.
Es handelt sich um einen sehr schönen Spaziergang. Der Wald bietet uns zu jeder Jahreszeit viel Abwechslung. Der Klimawandel beschert uns leider nur noch selten im Winter eine weiße Winterwanderung mit schneebedeckten Bäumen. Bei einer entsprechenden Wetterlage sehen wir unter Umständen Eiszapfen an den Bäumen hängen.
Sobald sich das Frühjahr anschleicht und es auch wärmer wird, können wir täglich beobachten, wie die Knospen an den Bäumen sprießen. Blätter und Blüten entwickeln sich in rasanter Geschwindigkeit.
Im Sommer beschert uns das Tal einen Spaziergang im Schatten der Bäume, somit eine angenehme Kühle.
Der Herbst mit seinen wunderschönen Farben und der tiefstehenden Sonne erfreut unsere Augen, ein farbenfrohes Lichtspiel mit bunten Blättern und wunderschönen Ausblicken im Gegenlicht. Der Herbst ist für mich die schönste Jahreszeit.

Die Moral

Wir haben erfahren, dass die Bäume nicht nur Schatten spenden, sondern auch Schattenseiten haben. Doch die schönen Seiten überwiegen eindeutig. Das haben viele Menschen noch nicht begriffen. Denen empfehle ich einmal, den beschriebenen Weg zu begehen und sich auf den Genuss einzulassen. Vielleicht ändert sich die Sichtweise gegenüber Bäumen während des Ausfluges!

Die Tour, erstellt mit Open Street Map. Hier klicken

Mehr von Jürgen Huber

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Beitrag teilen

Verbreite diesen Beitrag!