Jürgen unterwegs

4. Dezember 2023 | Ausgabe 6 / 2023, Jürgen Huber, Jürgen unterwegs | 0 Kommentare

Neulich im Bus kamen wir mit einem Mitreisenden über unseren Hund ins Gespräch, den er sehr süß fand, „Ich liebe Tiere aber esse auch Fleisch“ war seine Aussage. Diese Aussage passte 100 Prozent zu unserem kommenden Schwerpunkt, dachte ich mir. Das Thema, warum wir Menschen manche Tiere gerne essen und manche Tiere überhaupt nicht und, wie diese gehalten werden, war in meinem Kopf geboren. Jetzt wäre ich schon fast darauf reingefallen. Denn wenn im Allgemeinen über Tierwohl oder Tierschutz gesprochen wird, ist meistens das Thema Nutztierhaltung zur Nahrungserzeugung gemeint.  Nein, wir müssen nicht in fremde Ställe gehen, um leidende Tiere zu sehen.   


Jürgen Huber


Der Tierschutz

Erweitern wir unseren Horizont und schauen uns den Tierschutz genauer an. Tiere werden im Strafrecht als Sachen angesehen. Wenn jemand ein Tier verletzt, so handelt es sich um Sachbeschädigung. Quält jemand jedoch ein Tier, so fällt dieses unter das Tierschutzgesetz und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Außerdem kann ein lebenslängliches Tierhalteverbot ausgesprochen werden.

Wo ist die Grenze zur Tierquälerei?

Vogel im Käfig Bildrechte by_Jerzy_pixelio.de

Nehmen wir einmal die häufig vorzufindende Haltung von Vögeln in Käfigen. Die meisten Menschen denken, „oh ja, da habe ich wenig Arbeit mit und das Vögelchen kann mich gut unterhalten.“ Doch weit gefehlt, um Vögeln einen angenehmen Aufenthalt bei uns möglich zu machen, ist bei ihrer Haltung viel mehr zu beachten, als bei anderen Haustieren. Vögel leben nicht gerne alleine, die brauchen „Kumpels“. Also sind mindestens zwei Vögel anzuschaffen, und schon kann es vorbei sein mit der Unterhaltung des Menschen. Die beschäftigen sich dann in den meisten Fällen mit sich selbst. Die Fortbewegungsart der Vögel ist das Fliegen, was in einem kleinen Käfig unmöglich ist. Also muss Flugraum geschaffen werden. Das kann in einer Voliere geschehen, wenn der Platz dafür vorhanden ist. Auch ein Zimmer kann dazu dienen. Hier müssen Lande- und Aufenthaltsplätze eingerichtet werden. Bedenkt, der Vogel entledigt sich seines Verdauungsproduktes, wenn es raus muss. Und dazu wird auch gerne mal das Sofa des Flugzimmers genommen. Das kann den Menschen ärgern, da könnte der Flugraum durch ein offenes Fenster sehr schnell und einmalig erweitert werden.
Weitere Tipps findet ihr auf dieser Seite: https://www.tierchenwelt.de/haustiere/ haustier-vogel/1706-vogelhaltung.html
Hunde werden auch immer wieder gerne genommen, besonders zu Weihnachten. „Die sind ja so niedlich, wenn sie klein sind, und die Kinderchen wünschen sich doch so gerne einen süßen kleinen Hund.“ Doch Vorsicht, die Tiere werden größer, und dann kann es schwierig werden. In der Pubertät kann es Machtkämpfe geben, die für ein Kind unangenehm werden können. Wenn der Hund ein „Schwesterchen“ in Menschenform bekommt, wird es unter Umständen für das Baby unschön. Eine artgerechte Haltung erfordert einen regelmäßigen Spaziergang, bestenfalls ohne Leine. Spiele und Streicheleinheiten sind ein tägliches Muss.

Verwüstungen passieren auch schon mal      Foto: Jürgen Huber

In Bonn ist es sehr schwierig, den Hund ohne Leine laufen zu lassen. Es herrscht, wie in den meisten Städten, fast immer ein Leinenzwang. Ein Hund, der nur an der Leine laufen kann, wird krank! Sprechen wir über Leine. Wer einen Kettenhund hält, sollte wissen, dass diese Haltungsform nicht artgerecht ist. In Deutschland ist diese “Haltungsart” sowieso verboten. Ich habe leider bei meinen Reisen viele Hunde an der Kette erlebt. Deshalb schreibe ich es hier.  Als soziales Rudeltier leidet der Hund unter dieser isolierten Haltungsform sehr. Das Leben zieht sprichwörtlich an ihm vorbei. Hunde haben das Bedürfnis, als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert zu werden und sollten daher unbedingt bei ihrem „Rudel“ leben dürfen. Wenn das alles nicht mehr funktioniert, ist das Tierheim zuständig. Manche leinen ihren Hund auch einfach irgendwo an und dann kann er sehen, wo er bleibt. Und noch etwas, ein Rassehund ist in der Regel teuer und anfälliger für Krankheiten. Die Krankheiten verschwinden bei Mischlingen durch das Kreuzen mit anderen Rassen. Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen.
Eine Katze ist in jungen Jahren auch sehr „knuddelig“. Wenn sie erwachsen wird, kann es damit vorbei sein. Katzen sind im Gegensatz zu Hunden sehr viel selbstständiger. Vorsicht, auch sehr eigenwillig. Der Mensch muss nicht mit ihnen Gassi gehen, obwohl ich schon manches mal eine Katze an der Hundeleine gesehen habe. Katzen sind in der Regel das streunen gewohnt. Das sollten sie aber nicht an vielbefahrenen Straßen tun. Es kann irgendwann tödlich enden. Deshalb prüft die Anschaffung einer Katze auch daraufhin.
Hunde und Katzen müssen regelmäßig zum Tierarzt und gegen die unterschiedlichsten Krankheiten und Parasiten geimpft werden. Auch das ist keine günstige Angelegenheit. Hier gibt es Versicherungen, die unterschiedliche Risiken absichern. Das solltet Ihr euch genau durchlesen! Bevor ihr euch so ein Tier anschafft, überlegt genau die Konsequenzen.
Im Urlaub wird es manchmal kompliziert, denn nicht jede Unterkunft nimmt Haustiere. Und wenn doch, dann gibt es meistens einen Aufschlag. Am Pool ist der Hund tabu. Es gibt Länder, da sind Hunde am Strand verboten, zum Beispiel in den Niederlanden in der Sommersaison.

Straßenhund trifft auf Haushündin                Foto: Jürgen Huber

Im Tierheim warten viele einsame Tiere auf Euch, schaut mal vorbei. Doch Vorsicht, auch hier keine übereilten Schritte. Diese Tiere haben eine Vergangenheit, und die kann schon mal übel sein. Das verantwortungsvolle Tierheim klärt auf.

Die neueste Mode ist, Tiere aus anderen Ländern nach Deutschland zu holen und hier zu verkaufen. Oft aus Tierschutzgründen, manchmal aber auch einfach nur um Kohle zu machen. Da diese Tiere meistens auf der Straße gelebt haben, kennen sie den Aufenthalt in der Wohnung nicht. Obwohl der Hund in der Regel nicht ins eigene Nest (in diesem Fall die Wohnung) macht, kann es passieren, dass die Notdurft doch dort verrichtet wird. Ein Straßenhund hat selten einen festen Bezugspunkt gehabt. Auch sind es nicht unbedingt Schmusehunde. Erfahrungen mit Menschen sind zum Beispiel sehr selten und manchmal sehr schlecht. Treppen sind ihnen häufig unbekannt. Wollt ihr euch oder euren Kindern ein Tier zulegen, beachtet die einzelnen Bedürfnisse und was sonst noch dahintersteckt! Tierheime klären hier gerne auf.

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