Energie,  Nachhaltigkeit,  Ökologie

Dezentrale Kleinanlagen gegen die überregionale Versorgung der Stromkonzerne

Energiegewinnung in Bürgerhand

Valeria Limbach

E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE waren bisher die großen Stromerzeuger in Deutschland. Doch mittlerweile sind sie bei den regenerativen Energien von den Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands abgehängt worden. Privatleute und Genossenschaften produzieren in der ganzen Republik regenerative Energien. Die großen Anlagen der Stromkonzerne sind noch im Aufbau und setzen dabei wieder auf zentrale Erzeugung statt die Energie dort zu erzeugen wo sie auch verbraucht wird.

EEG

Durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sind die regionalen Versorger dazu verpflichtet worden, 20 Jahre lang den Strom aus Anlagen für regenerative Energie zu einem Festpreis ab zu nehmen. Die Umwelt- und Anti- AKW- Bewegung in Deutschland hat viele Menschen hervorgebracht, die die Möglichkeiten des EEG in Anspruch nehmen und auch damit Geld erwirtschaften. Mit der stetigen Verringerung der Abnahmepreise und neuen Regelungen, z.B. sind Anlagenbetreiber verpflichtet 10 Prozent der erzeugten Energie selbst zu nutzen, verringern sich die Anreize für Beiträge aus Bürgerhand zur Energiewende.
Mit der stetigen Verringerung der Abnahmepreise und neuen Regelungen, z.B. sind Anlagenbetreiber verpflichtet 10 Prozent der erzeugten Energie selbst zu vermarkten, verringern sich die Anreize für Beiträge aus Bürgerhand zur Energiewende.

Solarzelle Bonn

Um so wichtiger ist eine durchdachte Planung und professionelle Umsetzung.
Genau hier beginnt die Arbeit der Initiative „Solarzelle Bonn“, die von Manfred Ude und MathiasVogel am 19. Februar 2013, bei der monatlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung von Zukunftsfähiges Bonn, vorgestellt wurde.
Die Initiative betätigt sich als Projektentwickler für Genossenschaften, die dann Anlagen bauen lassen und betreiben. Die Initiative betätigt sich ehrenamtlich als Projektentwickler für bürgerschaftlich organisierte Solaranlagen, z. B. in der Rechtsform einer Genossenschaft, die dann Anlagen bauen lassen und betreiben.

Solaranlage Carl-von-Ossietzky-Gymnasium

Konkret hatte sich die Initiative „Solarzelle Bonn“ auf die Suche nach geeigneten Dachflächen gemacht und fand sie auf dem Carl-von- Ossietzky-Gymnasium. Sie besichtigten das Dach, schätzen die Anlagengröße und berechneten die Finanzkalkulation.
Konkret hatte sich die Initiative „Solarzelle Bonn“ auf die Suche nach geeigneten Dachflächen gemacht und fand sie auf dem Carl-von- Ossietzky-Gymnasium. Sie besichtigten das Dach, schätzen die Anlagengröße und berechneten die Finanzkalkulation.Heraus kam eine Anlage mit 141 kWp, 564 Modulen und einem konservativ gerechneten Stromertrag von 124779 kWh. Die Statik des Daches wurde überprüft und auch eine permanente Anlagenüberwachung wurde mit eingeplant. Überwachung und Wartung sind jederzeit möglich und im Brandfall ist Sicherheit für die Feuerwehr durch einen Notausschalter mit berücksichtigt.
Voraussetzung für den Bau dieser Anlage ist, dass man einen Betreiber hat. Solarzelle Bonn fand einen Betreiber, der als Eigentümer der Anlage alle erforderlichen Verträge mit dem Dacheigentümer (Stadt Bonn) und Stromabnehmer (Stadtwerke Bonn) schließen konnte.

BürgerEnergie Siebengebirge

Die Genossenschaft „BürgerEnergie Siebengebirge“ aus Königswinter stellte sich als Betreiber bereit. In Königswinter betreibt bereits schon eine Anlage. Die Genossenschaft bot Genossenschaftsanteile ab 500€ an und nahm einen Teil der nötigen Investitionskosten als Bankkredit auf. Jeder Genosse hat eine Stimme, egal wie viele Anteile er oder sie gekauft haben. Einmal im Jahr wird eine Genossenschaftsversammlung durchgeführt, bei der die Bilanz vorgestellt wird und die Genossen über die Verwendung der Gewinne entscheiden. Die Investitionssumme beläuft sich auf 180.000 EUR netto und es ist mit einer Verzinsung von 3,5 bis 4% zu rechnen, wenn die Anlage noch im März erstellt wird und damit 14,3ct pro kWh als Festpreis gilt. Ab April werden es nur noch 13ct sein. Da die Anlagen auf zwanzig Jahre ausgerichtet sind, sind auch die genossenschaftlichen Strukturen langfristig ausgelegt. Genossenschaftler können ihre Anteile frühestens nach fünf Jahren veräußern. „Solarzelle Bonn“ begleitet den Bau der Anlage und steht beratend zur Seite. Für den Betreiber wird damit mehr Planungs- und Durchführungssicherheit gewährt. Wenn alles läuft, ist der spannende Teil vorbei und die Initiative sucht ein neues Projekt.
Abschließend kann man sagen, dass solche genossenschaftlich betriebenen Anlagen mehrere positive Effekte erzielen: Es wird klimaschonend Energie erzeugt, langfristig zivilgesellschaftliche Strukturen geschaffen und die Gewinne kommen der Region zugute. Weiter so.

Beitragsbild: Haus mit Solaranlage Aufnahme: Mark Mumm / pixelio.de