Der Klimaaktionsplan – Es geht nur zusammen

18. September 2023 | Ausgabe 5 / 2023, Gesellschaft, Kommentar, Nachhaltigkeit, Ralf Wolff, Umwelt | 1 Kommentar

Im Mitwirkungsverfahren Bonn4Future haben über 320 zufällig geloste Bonner*innen an einem Weg für eine klimaneutrale Stadt Bonn 2035 gearbeitet. Die aktive Zivilgesellschaft, Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung haben dabei unterstützt. Den so entstandenen Klimaaktionsplan und seine Empfehlungen geben wir innerhalb der nächsten drei Wochen auf dieser unserer Webseite in Auszügen des Originaltextes wieder.
Spannend? Dann schalten Sie am kommenden Montag wieder ein, wenn es heißt: Klimafreundlich ackern, kochen und
essen zum Einen und Mehr Wissen, mehr Grün und mehr Blau in der Stadt zum Anderen.

Liebe Leser*innen,
wie kann es gut gelingen, dass wir Bonn bis 2035 klimaneutral und lebenswert machen? Und wer muss was dafür tun? Mit diesen Fragen ist das Beteiligungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ vor zwei Jahren gestartet – nach einem Ratsbeschluss mit Unterstützung fast aller Parteien.
Für ein stabiles und gutes Zusammenleben müssen wir jetzt dafür sorgen, dass sich unsere Erde nicht über 1,5 bis 2°C erhitzt. Dazu hat sich auch Deutschland verpflichtet.
Bonn gehört zu den Vorreiterstädten, die bis spätestens 2035 keine schädlichen Klimagase mehr ausstoßen und unabhängig von fossilen Rohstoffen werden wollen. Wenn wir das schaffen wollen, dann müssen wir sieben- bis zehnmal schneller werden als bisher. Damit das gemeinsam gelingt, gibt es „Bonn4Future“.

Bonn4Future, das ist … »

  • … die Hoffnung auf eine gute Zukunft für alle Menschen in Bonn.
  • … das bisher umfangreichste Bonner Mitwirkungsverfahren, beantragt von Bonn im Wandel e.V. mit der Klimawache und mittlerweile über 80 Unterstützerorganisationen.
  • … ein innovatives Kooperationsprojekt: Bonn im Wandel e.V. hat das Verfahren entwickelt. Die Stadt Bonn hat es finanziell gefördert und in besonderer Weise und in enger Zusammenarbeit unterstützt.
  • … ein Realitätscheck: Was passiert, wenn zufällig ausgewählte Bürger*innen erfahren, wie dringlich die Lage ist? Und sie mit völlig fremden Menschen in vier Klimaforen gemeinsam an Lösungen arbeiten?

In euren Händen haltet ihr nun die verdichteten Empfehlungen von über 320 zufällig ausgewählten Bonner Bürger*innen und Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Sie zeigen: Es braucht klare Informationen für alle, positive Vorbilder und Unterstützung bei der Zusammenarbeit. So konnten wir mit Bonn4Future auch Mut zur Veränderung machen: Zusammen wird der Wandel gelingen!

Viel Spaß beim Entdecken, euer Team von Bonn im Wandel e. V. Gesa, Alex, Robert, Lea, Lukas, Kai, Sonja, Raymond, Klaus, Andi & Eugen

Das ist der Weg zum klimaneutralen Bonn 2035

Gamechanger:  Die sechs Hebel für Veränderung

Wie können wir alle Bonner*innen erreichen? Wie können alle mitmachen? Das sind die wichtigsten Empfehlungen der Bürger*innen, um viele Menschen für die klimaneutrale und lebenswerte Stadt zu begeistern. Damit das gelingt, empfehlen Bonner*innen in unseren Klimaforen:

  • Kommunikation | Ehrlich, positiv und verständlich: Worte und Bilder, die Mut machen
  • Mitwirkung | Den Wandel vervielfachen: Alle wissen, worum es geht, und bekommen die Chance mitzumachen.
  • Quartier | Loslegen vor der Haustür: Das Zentrum des Wandels iegt im Viertel
  • Soziale Gerechtigkeit | Eine Stadt, die für alle bezahlbar, lebenswert und gerecht ist
  • Kokreation | Menschen zusammenbringen – etwas Neues schaffen
  • Partner*innen | Neue Kooperationen: starke Partner*innen für den Wandel finden und fördern

Die fünf Handlungsfelder für die klimaneutrale Stadt

 Wo können wir in Bonn am meisten Emissionen einsparen? Und was muss dafür passieren? Das sind die Empfehlungen in den
wichtigsten Handlungsfeldern:

  • Wohnen | Klimaneutral wohnen – mehr gemeinsam und weniger einsam
  • Mobilität | Viele Wege führen zum Ziel – das Auto aber wird zur Ausnahme
  • Ernährung und Landwirtschaft | Klimafreundlich ackern, kochen und essen
  • Natur und natürliche CO2-Speicher | Mehr Wissen, mehr Grün und mehr Blau in der Stadt
  • Wirtschaft | Gut fürs Klima und das Gemeinwohl

Bild: Wohnen in grüner Umgebung
Foto: Dr. Manfred Fuhrich

Ehrlich, positiv und verständlich: Worte und Bilder, die Mut machen

Alle Bonner:innen müssen erfahren, was auf sie zukommt. Dafür brauchen wir eine ganz neue und verständliche Kommunikation – von Politik und Verwaltung, in den Medien, in den Schulen und in allen Einrichtungen.

Damit das gelingt, empfehlen Bonner* innen in unseren Klimaforen:

  • Zukunftsbilder sollen zeigen, wie die klimaneutrale Stadt aussieht und wie sie funktioniert. Und es sollte für alle klar sein, was wir schaffen müssen.
  • Bonner*innen wollen wissen: Wer muss was tun, damit die Klimaneutralität gelingt? Was kann ich tun, um auch in Zukunft warm zu wohnen? Und was tun andere dafür, zum Beispiel die Stadtwerke?
  • Gute Beispiele in Zeitungen, im Radio, Fernsehen und im Internet sollen Mut machen und zeigen, wie wir anders besser leben können. Und wie es aussieht, wenn Klimaneutralität völlig normal ist.
  • Prominente Bonner:innen sollen gute Vorbilder sein.
  • Es braucht Geschichten vom guten und glücklichen Leben mit wenig Konsum
  • Die Bonner Stadtverwaltung und die Stadtwerke sollen berichten, wie sie selbst klimaneutral werden und dies auch anderen Behörden erklären.

Den Wandel vervielfachen: Alle wissen, worum es geht, und bekommen die Chance mitzumachen

Alle Bonner*innen müssen an den Veränderungen mitwirken können. Nur so können sich gute Erfahrungen verbreiten und positive Wirkungen vervielfachen.

Damit das gelingt, empfehlen Bonner* innen in unseren Klimaforen:

  • Das vorhandene Bildungsangebot soll ausgebaut und gestärkt werden. Es braucht Bildungs- und Mitwirkungsangebote für alle Bonner* innen, vielfältige Veranstaltungsformate und Orte, um sich zu begegnen und zu lernen.
  • Die Angebote sollen Spaß und Mut machen und für alle verständlich sein, wie Aktionstage fürs Klima (Fridays) in Schulen, Behörden und Unternehmen oder privat organisierte Klimapartys, die sich in der ganzen Stadt verbreiten.
  • Es sollen Bildungsprogramme in den Bereichen Wohnen, Natur, Klima und Ernährung entwickelt werden, die ganz unterschiedliche Menschen ansprechen.
  • Es braucht Fachleute und Klima-Botschafter* innen, die dabei unterstützen, gemeinsam zu lernen und Veränderungen in Gang zu bringen.
  • Überall braucht es Lern- und Erfahrungsorte, damit sich Menschen treffen und gute Ideen dafür entwickeln können, wie sie ihr Viertel oder ihr Unternehmen verändern können

Zahlreiche Umweltengagierte und Interessierte werden durch die Fridays for Future-Bewegung mobilisiert. Fotorechte: Dr. Manfred Fuhrich

Außerdem empfiehlt der Bonn4Future- Prozessbeirat, der das Projekt begleitet hat: Die Qualitätskriterien und Erfahrungen aus den Bonn4Future-Verfahren sollen ausgewertet werden und in künftige Beteiligungsverfahren einfließen.

 Anmerkung der Redaktion:

Die Kursiv markierten Texte sind Auszüge aus dem Pixi Buch, das Copyright liegt bei © Bonn im Wandel e. V.

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1 Kommentar

  1. Ein sehr schöner Bericht, wie immer bei Euch. Bleibt Euch treu, sagt Karl Josef aus Wolnzach im schönen Bayernland.

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