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Leben in Hecken

Die Bedeutung von Hecken wird zunehmend erkannt. So gibt es Bestrebungen von zahlreichen Initiativen, die Landwirtschaft wieder mit Hecken auszustatten und die landwirtschaftlichen Anbaugebiete mit Hecken zu strukturieren. Auch ein internationaler Kongress hat sich diesem Thema gewidmet. 


Diethelm Schneider (BUND Bonn)


Hecken sind wichtig um Wasser in der Landschaft zu halten (kleiner Wasserkreislauf, s. das Buch von Ute Scheub und Stefan Schwarzer: Aufbäumen gegen die Dürre. Oekom Verlag, 2026). Deswegen und weil sie zum Humusaufbau beitragen spielen sie eine wichtige Rolle in sogenannten Agroforstsystemen.

Aber auch für die Biodiversität sind Hecken unverzichtbar. Das fängt an bei den heckenbrütenden Vögeln, Hecken sind Rückzugsraum für Igel, Nist- und Rückzugsraum für Haselmäuse und andere Bilche (Gartenschläfer, Siebenschläfer). Überraschender Weise gibt es auch unter den Insekten viele, die ihren Lebensraumschwerpunkt an oder in der Hecke haben.

Angefangen beim Waldbrettspiel, das den Halbschatten liebt, über den Faulbaumbläuling, die Schattenschwebfliege Baccha elongata, die Matte Schwarzkopfschwebfliege Melanostoma scalare, die Fransen-Mordfliege (Choerades fimbriatus), die Gemeine Habichtsfliege (Dioctria hyalipennis), die Höcker-Habichtsfliege (Dioctria rufipes), der Schwebfliege Meligramma triangulifera und geht weiter mit Arten, die auch Hecken nutzen, wie der Frühen Adonislibelle, der Hufeisen-Azurjungfer, dem Großen Ochsenauge, dem Kleinen Kohlweißling, verschiedenen Blumenfliegen (Anthomyidae). Auch die Blattschneiderbiene Megachile willughbiella nutzt die Blätter der Hecke für Nistmaterial.

Beim Thema ‚Hecken in der Landschaft‘ denken die meisten an Wildhecken, also solche ohne Formschnitt. Ich habe mir in Tannenbusch eine normale Hecke (mit Formschnitt) angesehen, und war selber überrascht, was hier alles lebt. Alle genannten Arten und noch viele mehr habe ich dort fotografiert.

Ein paar von ihnen habe ich hier dargestellt. Wer einmal verstanden hat, was selbst Formschnitthecken für die Vielfalt unserer Insektenwelt bedeuten, wird hoffentlich nie mehr auf die Idee kommen, Hecken durch Plastikzäune zu ersetzen.

Naturkundliche Exkursion im Naturschutzgebiet Lyngsberg – Der BUND Bonn mit fachkundiger Führung auf den Spuren des Uhus.


 Felix Gräven


Muffendorf. Bei idealem Exkursionswetter führte Oliver Schall, Landschaftswart und Naturschutzbeauftragter der Bundesstadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises, am 18. Juli die 25 Teilnehmer der ausgebuchten Exkursion durch das Naturschutzgebiet Lyngsberg.

Im Mittelpunkt der Exkursion stand der Uhu, der einst gerne als Lockvogel für die Krähenjagd genutzt und dafür gefangen wurde und so über die Zeit fast ausstarb. Um 1960 war der Uhu in Deutschland fast ausgestorben, doch dann begannen die Wiederansiedlungsbemühungen und in der Eifel hat sich der Bestand mittlerweile gut erholt. Am Lyngsberg profitiert die Art von den felsigen Strukturen des ehemaligen Steinbruchs. Die Uhus und ihr Nest blieben bei der Exkursion zwar verborgen, Gewölle und Federn belegten jedoch ihre Präsens am Lyngsberg.

Daneben bot die Führung Einblicke in die vulkanische Entstehung des Lyngsberg-Basalts, die noch sichtbaren Spuren des Basaltabbaus und die Entwicklung der Vegetation nach Aufgabe des Steinbruchs zu einer artenreichen Buchen-Perlgras-Gesellschaft. Ein weiterer Schwerpunkt waren die ökologisch wertvollen Magerwiesen in den offen gehaltenen Steinbruchkernzonen und die Probleme durch die sich stark ausbreitende und stickstoffeintra-gende Robinie. Abgerundet wurde das naturkundliche Spektrum durch Informationen zu Giftpflanzen, (Blind-)Schleichen, Mäuseartigen (Rötel-, Wald-, und Gelbhalsmaus), Bilchen (Gartenschläfer, Siebenschläfer und Haselmaus) und Fledermäusen.

Die Begeisterung von Oliver Schall für sein Fachgebiet und die Mischung aus orts- und fachkundigen Teilnehmern führte zu einer lebendigen und anschaulichen Exkursion. Eine Exkursion zum Rodderberg in Kooperation mit dem örtlichen Heimatverein ist dann noch an Ort und Stelle ausgemacht worden.

 

Die BUND–Kreisgruppe Bonn

trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monatum 19:00 Uhr im Ökozentrum Bonn, Friesdorfer Straße 6, 53173 Bonn (U-Bahn Plittersdorfer Straße).

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