Ein gemeinsames 2000 m² – Weltacker-Konzept für die Bonner Solawis? Ein kurzer Bericht
R. Tinoco, Solawi Bonn/Rhein-Sieg e. V.
Im Jahr 2011 veröffentlichte die Regionalwert AG (RWAG) eine spannende Studie zusammen mit Atsuko Wakamiya unter dem Titel “Flächenbedarf für den Nahrungsmittelkonsum in Deutschland”¹. Damit wollte die RWAG-Denkanstöße geben, in welchem Zusammenhang die eigene Ernährung mit dem landwirtschaftlichen Flächenbedarf steht und wie viel Kapital benötigt wird. Dabei stellte sich heraus, dass eine Person in Deutschland für den Verzehr von Gemüse (22 Sorten) und Kartoffeln, durchschnittlich eine Fläche von 51,5 Quadratmeter pro Jahr benötigt.
Nur als Referenz, in der Solawi Bonn/ Rhein-Sieg werden zurzeit zirka 65 Quadratmeter pro Erntebezieherin benötigt für den saisonalen, nachhaltigen und Bioland zertifizierten Gemüse- und Kräuter-Anbau (ca. 40 Sorten, Gründüngung nicht berechnet). Wakamiya kommt zu dem Schluss, dass bei einer Diät reich an tierischen Produkten eine Fläche von 2.143 Quadratmeter pro Person und Jahr benötigt wird! Christiane Grefe erklärt mit ihrem Artikel “Säen für die Zukunft”², wie das Bewusstsein der Konsumenten mit dem Ernährungswissen sich entwickelt und warum das 2000 m²-WeltackerProjekt der Zukunftsstiftung Landwirtschaft Aufklärung in Verbindung mit praktischer Feldarbeit ermöglicht.
Bei den Feldbesuchen, die im Rahmen des Bildungsprojekts der Kooperation Migrapolis (BIM) und Solawi Bonn stattfinden, haben wir festgestellt, dass man nicht einen ganzen Weltacker mit allen Elementen wie in Berlin-Pankow braucht. Ein 100 m langes Maßband und farbige Markierungen genügen, um mit einer Gruppe – egal welchen Alters – zu reflektieren, wie viel Fläche für den eigenen Bedarf benötigt wird. Mit vereinfachten Hintergrundinformationen kann man sogar mit der Gruppe das Thema weiter vertiefen z.B.: das “Food-Abdruck”- Konzept oder was der Flächenunterschied in m² zwischen einem veganen oder nicht-veganen Teller ist. Sobald die Gruppe im Rahmen der Übungen die 2.000 Quadratmeter große Fläche abgegrenzt hat, muss man nur noch einladen, ruhig in der Mitte stehen zu bleiben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Fläche jedem von uns tatsächlich für Lebensmittel zur Verfügung steht. Der Aha-Moment ist unbeschreiblich tief bewegend, es braucht keine Worte mehr!
Wir träumen schon lange von einem eigenen Weltacker in vollem Umfang, glauben aber, dass es mehr Impact hätte, wenn alle Solawis in Bonn und Umgebung ein solches Projekt gemeinsam ins Leben rufen würden. Ziel wäre, Schüler/ innen und Erwachsene mit dem Thema Ernährungsbewusstsein, Nachhaltigkeit und Flächennutzung in Verbindung zu bringen und zu zeigen, dass Solawis (CSA) effektive Lösungen sind, um eigene Ernährungsgewohnheiten an die planetarischen Grenzen anzupassen.
Wir schätzen, dass drei Arbeitskräfte genügen, um einen Weltacker gemeinsam zu erhalten: eine/n Gärtner/in, ein/e Pädagog/in und Administration, die das Projekt eng mit den Solawis hinsichtlich Anbau und Erhalt koordinieren würden.
Ideen sind willkommen, Kochrezepte auch!
Die Quellen (1, 2) können in der Redaktion oder über info@solawi-bonn.de nachgefragt werden.












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