Kirsten Huppertz und Susanna Allmis-Hiergeist
Ende Januar lockte die seit kurzem wiedereröffnete Beethovenhalle zu einem besonderen Konzerterlebnis. Geboten wurde eine Reise durch unterschiedlichste musikalische Gefilde und Texte zum Thema Heimat. Der Komponist und Interaktionskünstler Bernhard König hatte hierzu ein vielstimmiges Konzept entwickelt. Zu Wort kommen in sechs Kapiteln Menschen, die ihre besondere Perspektive auf ihre (Wahl) Heimat Bonn einbringen. Passend dazu spannte sich ein musikalischer Bogen vom Arabien des 14. Jahrhunderts bis in die baltische Musik des späten 20. Jahrhunderts auf. Jedes Kapitel wurde von dem in Bonn aufgewachsenen Schauspieler und Autor Matthias Brandt mit Impulsen zum jeweiligen Thema anmoderiert und somit den Akteuren der Weg auf die Bühne geebnet. Zum spannenden Mosaik trugen unter anderem Zeitzeugen aus den 50er Jahren, die Redaktion des Magazins Ohrenkuss von Menschen mit Down-Syndrom, ukrainische Frauen mit Berichten über Sirenen und Flucht sowie Schüler*innen der Bertolt-Brecht-Gesamtschule mit einem gar nicht so utopischen Ausblick bei. Berührend und von viel Applaus begleitet erklang das arabische Lied „Lamma bada yatathanna“, das der syrische Musiker Mazen Mohsen mehrsprachig zu Gehör brachte. Und wie kann die Beethovenhalle eine „Halle für alle“ werden? Hierzu entwickelten die Schüler*innen im Zwiegespräch mit dem Beethovenorchester und dem Hirtengesang aus Beethovens Pastorale ihre ganz eigene Vision. Sie malten sich eine Halle aus, die vielen Zwecken dienen kann: als Kulturwohnzimmer, als Insektenhotel und auch als nachbarschaftlicher Begegnungsort. Ein Ort, an dem sich verschiedene Musikkulturen, Überlieferungen und Heimatgefühle respektvoll begegnen und behutsam annähern, fasst Bernhard König sein musikalisches Credo zusammen.
Mehr von Susanna Allmis-Hiergeist
Es folgt eine Anzeige unserer Unterstützer*innen/in eigener Sache.
Auch Sie können uns durch Werbung in der Bonner Umweltzeitung unterstützen! Unsere Mediadaten













0 Kommentare