Zukunft hautnah erleben in Bonn
Bei bestem Wetter verwandelte sich der Münsterplatz in Bonn am 21. und 22. Mai 2026 in einen Knotenpunkt für Wissenschaftsinteressierte aus der Region Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis.
Franziska Schmickler

Die 15. Bonner Wissenschaftsnacht am 21. und 22. Mai 2026.
Foto: Franziska Schmickler
Die 15. Bonner Wissenschaftsnacht stand dieses Jahr unter dem Motto „Diagnose: Zukunft“ und war Zielpunkt vieler Besucher*innen aller Altersgruppen in der Bonner Innenstadt. Familien mit Kindern, Studierende und allgemein Interessierte nutzten die Gelegenheit, verschiedene Forschungsbereiche kennenzulernen und neue Eindrücke zu sammeln.
Mitmachen, ausprobieren und staunen
Das Motto der Wissenschaftsnacht „Diagnose: Zukunft“ zeigte sich deutlich im diversen Programm, was durch Informationsstände, Vorträge, Science-Music-Shows, Diskussionsrunden, Workshops und Mitmachstationen durch zahlreiche Einrichtungen aus der Region präsentiert wurde.
Einsatz moderner Technologien im Fokus
Vor allem die interaktiven Angebote sorgten für viel Interesse. Einige spielten begeistert Tic-Tac-Toe gegen einen Roboter, während an anderen Stationen gemalt, ausprobiert und mit Forschenden gesprochen werden konnte. Zwischen Informationsständen und Mitmachaktionen herrschte eine entspannte und lockere Atmosphäre. Auch kleinere Angebote wie eine Fotobox oder ein Popcornstand wurden von vielen Besucherinnen und Besuchern gerne genutzt. Besonders auffällig war dabei der Einsatz von moderner Technologie. An mehreren Ständen konnten Virtual-Reality-Brillen ausprobiert werden und ermöglichten den intensiven und realitätsanahen Einblick in wissenschaftliche Projekte.
Ein besonderes Highlight war dabei das „Spacebuzz One“. Ein begehbarer High-Tech-LKW, der äußerlich einer Rakete ähnelt und im Inneren mit einer modernen VR-Technologie ausgestattet ist. Unter Virtual Reality (VR) versteht man die vollständige, computergenerierte Simulation einer dreidimensionalen Umgebung. Durch bewegliche Sitze sowie den VR-Brillen im Inneren der Rakete konnte man den Eindruck eines Raumflugs dazu gewinnen. Dabei wurden gleichzeitig Informationen zum Klimawandel, der Erde und dem Mond vermittelt.

Das “Spacebuzz One” auf dem Bonner Münsterplatz.
Foto: Franziska Schmickler
Einblicke in die medizinische Forschung der Gegenwart
Auch das Vortragsprogramm wurde von vielen Interessierten sehr gut angenommen. Zwei Vorträge beschäftigen sich beispielsweise mit Themen aus der medizinischen Forschung. Der Vortrag „Biomedizinische Forschung – Tierversuche im Wandel“ des 3R Kompetenznetzwerkes NRW, ein Zusammenschluss der medizinischen Fakultäten, thematisierte den Umgang mit Tierversuchen in der Medizin. Im Fokus des Vortrags stand der ethische Leitfaden für tierexperimentelle Forschung, das 3R-Modell. Es steht für Replacment (Vermeiden), Reduction (Verringern) und Refinement (Verbessern). Das Ziel: den Einsatz von Versuchstieren zu reduzieren und das Tierwohl in der Forschung zu maximieren.
Ein weiterer spannender Vortrag, mit dem Titel „DNA-Detektive: die spannende Welt der medizinischen Genetik“ von Professor Oskar Schnappauf von der Hochschule Bonn-Rhein Sieg, beschäftigte sich mit monogenetischen Erkrankungen und deren personalisierte Medizin vor allem durch das Einsetzen des Werkzeugs der Genschere CRISPR/Cas. Dabei wurde erklärt, wie genetische Analysen heute bereits genutzt werden, um Krankheiten besser zu verstehen und gezielter behandeln zu können.
Wissenschaft für alle verständlich erfahrbar
Die Bonner Wissenschaftsnacht zeigte, wie unterschiedlich und alltagsnah Wissenschaft und die aktuelle Forschung vermittelt werden können. Viele der präsentierten Angebote waren verständlich und interaktiv gestaltet, sodass ein leichter Zugang zu den komplexen Themen auch für Personen ohne wissenschaftlichen Hintergrund ermöglicht wurde. Gleichzeitig wurde deutlich, wie vielfältig die Forschungslandschaft in der Region Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ist und mit welchen Zukunftsfragen sich die Wissenschaftler*innen beschäftigen. Es bleibt das Gefühl, dass die Zukunft schon die Gegenwart erreicht hat.
Weitere Informationen zu den Themen:
Es folgt eine Anzeige unserer Unterstützer*innen/in eigener Sache.
Auch Sie können uns durch Werbung in der Bonner Umweltzeitung unterstützen!












0 Kommentare