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Alle Lebewesen der Erde achten

Im Gespräch mit dem Verein Schützer der Erde e.V. entdecken wir, wie sich idealistische Menschen mit Bildungsangeboten für Gemeinschaft, Tiere und Natur einsetzen.


Alessandra Moog


Wer sind die Schützer der Erde in wenigen Sätzen?

Schützer der Erde e. V. wurde 2003 gegründet und setzt sich für eine Bildung ein, die Menschen befähigt, freiwillig Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen. Wir sind ein größtenteils ehrenamtliches Team, das mit viel Herzblut daran arbeitet, eine neue Form von Bildung in die Welt zu bringen – eine Bildung, die innere Haltung, Naturverbundenheit und Mitgefühl genauso wichtig nimmt wie Wissen und Kompetenzen.

Spielerisch und aus freiwilliger Motivation lernt es
sich am besten.
Foto: Schützer der Erde e. v.

Welche Zielgruppen habt ihr?

Ursprünglich wurde das Bildungskonzept für Kinder von 8 bis 13 Jahren entwickelt. In den letzten zwölf Jahren haben wir es auf weitere Altersgruppen ausgeweitet. Wir denken Bildung bewusst generationenübergreifend: In Formaten wie den „Wandelfreude Utopiecamps“ erleben Kinder, junge Menschen, Eltern und Fachkräfte parallel Lernräume, in denen sie ihre Potenziale entdecken und eigene Herzensprojekte entwickeln können. Unser Ziel ist es, Menschen jeden Alters zusammenzubringen, die sich nach einer friedlichen, gewaltfreien Erde sehnen – und sie darin zu bestärken, innere und äußere Schritte des Wandels selbst vorzuleben.

Was sind die Werte des Vereins?

Unsere Vision ist eine gewaltfreie, friedliche Erde, auf der Menschen, Tiere und Natur in Einheit, Liebe und gegenseitiger Achtung zusammenleben. Grundlage dafür ist eine innere Wandlung hin zum Leben von Werten wie Mitgefühl, Respekt, Naturverbundenheit und Wertschätzung. Wir orientieren uns an der „Goldenen Regel“: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem anderen zu – auch nicht dem Tier und der Natur.“ Ein weiterer Kernwert ist Partizipation: nicht nur als Methode, sondern als Haltung des Miteinanders auf Augenhöhe. Wir gestalten unsere Bildungsräume im Geiste einer großen Familie – offen, ehrlich, wertschätzend und so, dass alle ihre Ideen und Gaben einbringen können.

Welche Etappenziele wurden bereits erreicht?

In 22 Jahren wurden viele Meilensteine erreicht:

  • Entwicklung des Konzepts „Bildung für die Achtung allen Lebens“, veröffentlicht im Handbuch „Das Erdschützerprojekt – Pädagogik für eine lebenswerte, friedliche Zukunft“. Es enthält unter anderem fünf „Reisen zum Planeten der Zukunft“ – interaktive Lernabenteuer im Wald, die zentrale Themen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung spielerisch vermitteln.
  • Ausbildung von über tausend Multiplikator*innen
  • Weiterentwicklung zu generationenübergreifenden Angeboten

2023 und 2024 fanden große „Wandelfreude Utopiecamps“ statt – mit Bildungsangeboten für Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte. Drei Leitfragen ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Aktivitäten:

  1. Wie sieht unser idealer Planet der Zukunft aus?
  2. Wie wollen wir eigentlich leben?
  3. Was können wir jetzt schon dafür tun?

Open Spaces bei Utopiecamps stärken Selbstwirksamkeit und echten Austausch.

Die Teilnehmenden teilen Wissen und Herzens- anliegen miteinander. Wer hier einen Workshop oder Vortrag hält, gewinnt Mut, das, wofür sein Herz brennt auch später zu wiederholen. Durch die Intensität solcher Utopiecamps entstehen inspirierende Lernerfahrungen, tiefe Verbundenheit und oft langfristige Freundschaften. Aufbau digitaler Bildungsangebote wie Videoselbstlernkurse, Webinare und Online-Lernräume, die Präsenzangebote nicht ersetzen, sondern vertiefen.

UNESCO zeichnete die Schützer der Erde seit 2004 fünf mal als offizielles Projekt der UN-Weltdekade für Bildung für
nachhaltige Entwicklung aus.
Foto: Schützer der Erde e. v.

Gab es Herausforderungen auf dem Weg?

Ja – denn wer etwas wirklich Neues wagt, begegnet vielen Lernfeldern.

  • Finanzierung freier Bildungsprojekte Eine freiwillige und ganzheitliche Bildungsarbeit benötigt Mut, Ausdauer, Fundraising-Kompetenzen und die Fähigkeit freiwillig Engagierte zu gewinnen.
  • Freiwilligkeit im Bildungssystem Auch in Schulen und Kitas bleiben wir unserem Prinzip treu: Menschen sollen freiwillig teilnehmen – denn nur aus innerer Motivation entsteht freiwilliges Engagement.
  • Hohe Qualitätsansprüche – Wir leben vor, was wir vermitteln:
    • bio-faire pflanzliche Verpflegung & Kochkurse
    • Einbindung der Eltern
    • Wiedergutmachung an Tieren und Natur, z. B. durch Verantwortungsübernahme für ein vor dem Schlachter gerettetes Patenschwein.

All das erfordert Kreativität, Ausdauer und Konsequenz. Es gelingt dann, wenn wir jede Herausforderung als Lernchance betrachten. Diese Haltung prägt unser Team und wirkt erfahrungsgemäß ansteckend.

Was ist das nächste große Vorhaben für die Zukunft?

Wir stehen an einem Punkt, an dem wir einen nächsten Meilenstein auf dem Weg zur Verwirklichung unserer Vision erreichen wollen. Deshalb laden wir Menschen ein, die als Seminarleitende, Coaches oder Lernbegleitungen Teil eines Bildungszentrums für die Achtung allen Lebens werden möchten.

Herzstück eines solchen Bildungszentrums soll ein Lebenshof für gerettete Tiere sein, damit der Kontakt zu Tieren ganz unmittelbar möglich ist. Persönlichen Begegnungen mit sogenannten „Nutztieren“ und ihren individuellen Charakteren und Schicksalen haben das Potenzial, Menschen im Herzen zu berühren und verlorene Verbindungen wiederherzustellen. Außerdem sollen ein permakultureller Friedensgarten, Biotope sowie eine jagdfreie Zone weitere Vorbild-Rahmenbedingungen schaffen, die zeigen, wie eine Welt aussehen könnte, in der Menschen nicht nur an ihr Eigenwohl, sondern an das Wohl aller Lebewesen denken und auch die Rechte von Tieren und Natur respektieren.

Wer hier Seminare begleitet, macht dies aus selbstloser Motivation heraus: aus der Erkenntnis, dass zu einem echten Frieden nicht nur das Verändern des eigenen Handelns gehört, sondern auch das Bemühen, wieder gut zu machen, was noch gut zu machen ist. So wird ein solcher Ort ein Benefiz-Seminarzentrum – einem Ort, an dem Menschen der Natur und Tieren etwas zurückgeben und dabei alle gewinnen. Jede Veranstaltung, die dort stattfindet, dient diesem Benefiz-Zweck, weil Seminarleitende ihre Einnahmen (oder einen Teil davon) dafür spenden und auch ihre Teilnehmenden dazu einladen.

Workshops, Seminare oder Retreats, die dort stattfinden, helfen ihren Teilnehmenden auch zu verstehen, wie wir wirklich Frieden gestalten können: Frieden, der im Herzen jedes einzelnen beginnt und die Achtung allen Lebens einschließt. Inhaltlich denken wir dabei besonders an Themen wie:

  • Achtsamkeit, Meditation, Yoga
  • Natur- und Wildnispädagogik
  • vegane Ernährung & Kochkunst
  • Permakultur & Kooperation mit der Natur
  • Tierkommunikation, Tierschutz & Tierrechte
  • Tiefenökologie & gewaltfreie Kommunikation
  • Persönlichkeitsentwicklung u. a.

Gemeinsam möchten wir nicht nur ein Netz- werk von Seminarleitenden erschaffen, denen echter Frieden am Herzen liegt, sondern auch einen Ort, an dem unsere Vision in vielfältiger Form spürbar wird.

Konkretes Nahziel: Utopiecamp 2026 im Harz

2026 findet das große, generationenübergreifende Wandelfreude Utopiecamp in Wildemann statt. Alle können dort Schritte tun, um sich zu entwickeln:

  • Kinder zu Erdschützern,
  • Jugendliche zu Wandelcoaches,
  • Eltern zu Erdschützer-Familiencoaches und
  • Fachkräfte zu Erdschützer-Lernbegleitungen.

Hier entsteht ein echter Wandlungsraum, in dem Menschen ihre Herzensprojekte entwickeln und gemeinsam umsetzen – und genau das lernen, was Schule oder Uni nicht vermitteln. Seminarleitende und freiwillig Engagierte sind herzlich eingeladen mitzumachen: Schützer der Erde e. V.: www.schuetzer-der-erde.de

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