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Wärmewende vor Ort

Ein wesentlicher Akteur bei der Umsetzung der Wärmewende in Bonn und des Bonner Klimaplanes 2035 ist die Bonner Energie Agentur (BEA). Celia Schütze als Geschäftsführerin hat uns Einblicke in die Arbeitsschwerpunkte der BEA und Pläne zur Ausweitung ihres Beratungsangebotes gegeben.


Susanna Allmis-Hiergeist


BUZ: Unser erstes Gespräch in den neuen Räumlichkeiten der Stadthaus-Loggia fand Ende 2012 statt. Seitdem haben sich Ihre Tätigkeitsschwerpunkte erheblich weiterentwickelt. Wie haben sich Beratungskonzepte und das von Ihnen aufgebaute Expert*innen-Netzwerkseit Ihrem Start verändert?

Celia Schütze: Grundsätzlich gleich geblieben ist unser Angebot einer kostenfreien und neutralen Energieberatung für alle privaten Bonner Haus- und Wohnungseigentümer*innen. Dabei konnten wir unsere Beratungskapazitäten und -formate insbesondere mit Blick auf Stadtbezirke und Zielgruppen erweitern. Beispielsweise bieten wir für Eigentümer*innen, Bewohner*innen & Verwaltung von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) zusätzliche Beratungen an, unter anderem das sehr erfolgreiche WEG-Café, eine Kombination aus Energieberatung & Austausch untereinander.

Zurzeit im Aufbau ist ein speziell zugeschnittenes Angebot für private Vermieter*innen von Wohngebäuden. Hier bedarf es besonderer Ansprache. Denn sie profitieren nicht direkt von einer Sanierung, zum Beispiel durch Energiekosten-Einsparung. Hierfür bietet die Stadt Bonn auch das Förderprogramm Bestandssanierung an. Die BEA hat die Entwicklung mit begleitet und berät zu dem Förderprogramm. Für die Umsetzung der Sanierung hat sich das stetig wachsende Netzwerk „Energieeffi- zienz-Partner Bonn / Rhein-Sieg“ mittlerweile sehr gut etabliert. Das sind qualifizierte Pla- nungs- und Energieberatungsbüros sowie Hand- werksbetriebe, die in regelmäßigem fachlichem Austausch mit der BEA stehen.

Die BEA ist ein wichtiger Akteur zur Errei- chung einer klimaneutralen und resilienten Wärmeversorgung und somit im Bonner Klimaplan 2035. An welchen Projekten des Klimaplans sind Sie schwerpunktmäßig beteiligt?

Die Beratung für private Vermieter*innen, WEG und zum Bonner Förderprogramm Bestandssanierung hatte ich bereits erwähnt. Unser derzeit größtes Projekt ist die BEA nebenan, der Aufbau von Quartiersbüros, um die BEA- Energieberatung in allen vier Bonner Bezirken anbieten zu können. In sogenannten Fokusgebieten entsteht so eine kontinuierliche Anlaufstelle vor Ort mit passgenauen Angeboten und speziellen Formaten. Außerdem haben wir die Kampagne „Einfach. Warm. Zuhause“ aufgebaut. Sie zeigt Maßnahmen, um mit geringen Kosten und wenig Aufwand Energie einzusparen: www.einfach-warm-zuhause.de. Für einzelne Maßnahmen bieten wir auch Praxisworkshops an.

Celia Schütze bei der Eröffnung des Quartiersbüros in Friesdorf.
Foto: Barbara Frommann

Noch einmal zurück zu BEA nebenan. Wie ist das dezentrale Angebot aufgestellt und wie wird es angenommen?

Bislang ist die BEA nebenan in Beuel und Bad Godesberg vertreten: in Beuel sind wir in Kooperation mit dem Klimaviertel im Kulturzentrum Brotfabrik präsent, im Herbst wurde zudem das Quartiersbüro Küdinghoven eröffnet. Ab Ende Februar kommt die Katholische Öffentliche Bücherei St. Gallus als Beratungsort hinzu. In Bad Godesberg starteten wir mit einem Quartiersbüro in Friesdorf, Beratungen im Ökozentrum Bonn sowie in Lannesdorf folgten. Seit Januar 2026 konnten wir in der Godesberger Innenstadt gemeinsam mit dem Klimaviertel „Unter der Godesburg“ ins Alte Rathaus wechseln.

Das Angebot wird insgesamt sehr gut angenommen. Es kommen Menschen zu uns, die den Weg in die Innenstadt-Zentrale nicht auf sich nehmen würden oder die überhaupt erst durch die Nachbarschaft auf unser Beratungs- und Informationsangebot aufmerksam wurden. Die Inanspruchnahme des Beratungsangebots variiert naturgemäß etwas je nach Standort. Es freut uns, dass unsere Termine im Alten Rathaus Bad Godesberg jetzt schon über Wochen gebucht sind.

Kooperieren Sie im Bereich Energieberatung und Expert*innen-Netzwerk auch mit dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Ahrweiler?

Mit der Energieagentur Rhein-Sieg gibt es eine regelmäßige Zusammenarbeit. Am 26. Februar 2026 veranstalten wir zum Beispiel gemeinsam einen großen, kostenfreien Wärmepumpen-Infotag im Brückenforum Beuel. Die Energieagentur Rhein-Sieg verweist wie wir auf die Energieeffizienz-Partner Bonn/Rhein-Sieg. Außerdem sind wir Mitglied im Verein der Energieagenturen Deutschlands. Hier finden ein reger Austausch und Kooperationen zu allen uns betreffenden Themen statt.

Da wir auf Bonn fokussiert sind, ist der Kontakt zum Kreis Ahrweiler lockerer. Zum Beispiel haben zwei BEA-Mitarbeitende kürzlich an einer Exkursion zu Nahwärmenetzen im Ahrtal teilgenommen.

Wie möchten Sie Ihre Angebote in der Zukunft weiterentwickeln?

Wir werden unsere Beratungsangebote auf alle Bonner Bezirke ausweiten. Und wir werden die Ansprache und Formate für die unterschiedlichen Zielgruppen weiterentwickeln. Dabei beraten wir unter anderem zur Kommunalen Wärmeplanung (KWP). Denn die Fertigstellung der KWP liefert wertvolle Ergebnisse, wirft aber im Detail auch Fragen auf, welche klimaneutrale Heizung in Zukunft wo zum Einsatz kommen könnte.

Zudem ist im Moment unklar, wie es mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) beziehungsweise -modernisierungsgesetz (GMG) weitergeht. Nach derzeitigem Stand dürfen ab dem 1. Juli 2026 beim Austausch alter Heizungen nicht mehr wie bisher fossile Öl- oder Gasheizungen neu eingebaut werden. Daher sehen wir eine wichtige Aufgabe darin, die Bonner*innen in dieser komplexen Situation gut zu beraten, um jeweils individuell gute Entscheidungen fällen zu können. Dabei möchten wir auch ausloten, wie wir neben Fernwärme auch die Nutzung von Nahwärmenetzen und Energy Sharing unterstützen können.

Zur Bonner Energie Agentur: Die Bonner Energie Agentur wurde 2011 von der Stadt Bonn ins Leben gerufen und hat sich 2012 als eingetragener Verein gegründet. Die Mitglieder verbindet das Ziel, den Klimaschutz auf lokaler Ebene zu verbessern. Bonner Haus- und Wohnungseigentümer*innen erhalten in der Beratungsstelle eine kostenlose und unabhägige Beratung. Architekt*innen und Ingenieur*innen informieren rund um das energetische Bauen und Sanieren, zu Fördermöglichkeiten sowie zum Einsatz erneuerbarer Energien.

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