Energiesicherheit durch Erneuerbare
Die Sonne ist für alle da. Sie schenkt uns Energie und ermöglicht Leben auf der Erde. Doch nicht alle schätzen dieses Geschenk der Natur. Es scheint, dass die Sorgen um das Klima in den Hintergrund geraten sind. Wirtschaftliche Herausforderungen und aktuelle sowie angedrohte Kriege dominieren den öffentlichen Diskurs. Befürchtungen um die bisherigen Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel gibt es nicht nur im globalen Kontext, sondern auch in Deutschland und in unserer Region.
Grund genug, sich in dieser Ausgabe mit bisherigen Fortschritten und befürchteten Rückschritten zu befassen.
Ralf Wolff
Global denken, lokal handeln nach dem Leitbild der Agenda 2030 steigen wir in unseren gesellschaftlichen Austausch mit der grundsätzlichen Frage, ob sich in der Energiewende eine Kehrtwende zurück zu den Fossilen Energieträgern vor Ort abzeichnet.

Bildcollage: Dr Manfred Fuhrich; Nachweise für Fotos der Bildcollage: Dr. Manfred Fuhrich, pixabay LCEC, Joachjm Schaefer, Annette Unkelbach.
In einem Hintergrundgespräch mit der Stadtverwaltung berichteten uns Jonas Michels, Leiter der Abteilung Umweltvorsorge und -planung der Stadt Bonn, und Carmen Ulmen, Programmkoordinatorin „Erneuerbare Energien“ was die Stadt Bonn beabsichtigt, um 2035 die Energieversorgung zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energien zu erreichen. Die Zivilgesellschaft begleitet diesen Wandel der Energieversorgung schon seit einigen Jahren. Der Verein Bonn im Wandel hat beispielsweise die Empfehlungen aus Bonn4Future in sieben Handlungsfeldern in einem vor der letzten Kommunalwahl erarbeiteten Zukunftsprogramm fortgeschrieben.
Im Interview mit der Geschäftsführerin Celia Schütze erhalten wir Einblicke in die Beratungspraxis der Bonner Energie Agentur (BEA). Sie bietet eine kostenfreie und neutrale Energieberatung für alle privaten Bonner Haus- und Wohnungseigentümer*innen an. Die BEA hat ihr Angebot kontinuierlich ausgebaut. Mit „BEA nebenan“ ist sie mittlerweile auch in den Quartieren mit passgenauen Angeboten präsent. Energiewende von unten geht nur durch den Einsatz von uns Bürger*innen. Allein geht es, gemeinsam ist es viel wirksamer. Nur durch eine Vielzahl von Aktivitäten und diversen Maßnahmen kann eine resiliente Energieversorgung gesichert werden. Das Porträt der Energiegenossenschaft für Bonn und Rhein-Sieg veranschaulicht dies mit einer breiten Palette von Angeboten und Projekten.
Energiewende ist kein exklusives Thema für den städtischen Raum. Dies gilt insbesondere für die Windenergie. Mit dem Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) verlangt der Bund von den Ländern ihren Flächenbeitrag für Windenergienutzung. Doch solche Standortentscheidungen sind stets Anlass für Bürgerproteste. Die beiden Artikel spiegeln wider, wie sich bürgerschaftliches Engagement in unserer Region und im Vergleich dazu im hessischen Lahn-Dill-Kreis zeigt – einmal durch Kompromissbereitschaft und im anderen Fall durch „Gegenwind“ der Bewohner*innen.
In den Streiflichtern erhalten wir Hinweise auf die unterschiedlichen Facetten der Nutzung von Sonnenenergie. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen „Balkonkraftwerke“ und Solarspeicher. Die Sonne liefert genug Energie, nur nicht immer dann, wenn sie gebraucht wird. Deshalb sind Stromspeicher entscheidend für den dauerhaften Erfolg. Schuldächer sind besonders gut für die Nutzung der Sonnenenergie in kommunaler Regie geeignet. Mit unserem Gastautor Walter Rodenstock nehmen wir teil an einer Informationsveranstaltung an einer Schule, auf deren Dach eine Solaranlage installiert werden soll.
Vier ausgewählte, erfolgreich realisierte Solaranlagen in Friesdorf werden in Kurzportraits beispielhaft vorgestellt. Wie vielfältig solche Projekte sein können, wird durch die kleine Auswahl deutlich. Sie soll Mut zur Nachahmung machen. Der abschließende Artikel zum Schwerpunktthema spannt den großen klimarelevanten Bogen für die Bundesrepublik Deutschland seit der maßgebenden Pariser Klimakonferenz, referiert Deutschlands Position im internationalen Vergleich und lenkt den Blick auf die regionale Ebene. Durch faktengestützte Recherchen wird deutlich, die Lösung in Deutschland liegt in Wind- und Solarenergie und Deutschland kann Energiesicherheit mit Wind- und Sonnenkraft erreichen.
Viel Freude am Lesen und nicht vergessen: Wir in Bonn haben schon einiges erreicht.
Der stolze Titel „Solarhauptstadt“ der Bundesrepublik Deutschland ist und bleibt eine Herausforderung. Diese kann aber nur gelingen, wenn auf Bundesebene die Rahmenbedingungen stimmen. Die aktuellen Meldungen aus dem Wirtschaftsministerium des Bundes lassen erhebliche Zweifel aufkommen. Hier wird kräftig auf das „Gas-Pedal“ getreten – in falscher Fahrtrichtung. Der nachfolgende Hinweis auf die Campact-Aktion offenbart diese Fehlentwicklung, der wir entschieden entgegentreten müssen. Aus Sorge um die bisherigen Fortschritte in der Klimaanpassung empfiehlt die Redaktion der Bonner Umwelt Zeitung die Unterstützung dieser Unterschriftenaktion.
Es folgt eine Anzeige unserer Unterstützer*innen/in eigener Sache.
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