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Unter Leuten

Sonne macht Schule

Zum Elternabend der Woellmer-Schule haben sich viele Personen eingefunden. Heute geht es nämlich darum, ob man das Schulprojekt „Sonne auf dem Schuldach“ unterstützt oder nicht.


Walter Rodenstock


Photovoltaik auf dem Dach
Foto: Pixabay LCEC

Schulleiter Hämpel:

Liebe Eltern, ich freue mich, dass zum Thema „Solarstrom für die Schule“ so viel Interessierte gekommen sind. Es ist für uns alle eine besondere Herausforderung, darüber zu entscheiden, ob wir eine Solaranlage auf das Dach unserer Schule setzen wollen. Ich freue mich umso mehr, dass wir zwei hervorragende Referent*innen gewinnen konnten. Frau Stawer von den Stadtwerken hat uns den Handlungsspielraum, den die Kommune in diesem Fall hat, erläutert. Herr Technow erklärte uns die technischen Aspekte einer Solaranlage. Ihre beiden Impulsvorträge waren äußerst interessant und ich erwarte eine anregende Diskussion, die will ich nicht länger aufhalten und bitte um die erste Wortmeldung.

Vater Schmidt:

Schönen Dank für die beiden Vorträge. Nach Ihren Erläuterungen, Frau Stawer, können wir also gewisse Zuschüsse erwarten, was die Elternschaft erfreut, weil die laufenden Kosten so hoffentlich überschaubar sind. Dennoch bleibt ein wenig Skepsis, denn das ist doch wohl ein Pilotprojekt ohne Vorbilder.

Frau Stawer:

Ich kann Sie da beruhigen. Ganz bei Null fangen wir nicht an. Ein ähnliches Projekt haben wir mit einem Sportverein bereits erfolgreich durchgeführt. Auch dort mussten die Vereinsmitglieder erst einmal überzeugt werden. Man kann das Projekt als gelungen bezeichnen. Die Elektrizität kommt zu 100 Prozent von der Sonne. Wenn mal die Sonne nicht scheint, sind immer noch wir als ihre Stadtwerke da, die Elektrizität rund um die Uhr garantieren.

Herr Dung:

Wenn ich da mal als Sportvereinsmitglied einhaken darf. Es ist ein großer Erfolg, wenn keine Stromkosten mehr anfallen. Das war aber nur möglich, weil wir deutlich größere Speicherkapazitäten eingerichtet haben. Wir können diese bei Mehrbedarf modular erweitern. Allerdings zögern wir noch, weil die Preise für die Speicherakkus noch weiter sinken. Da warten wir lieber ab.

Vater Knauser:

Ich habe gehört, dass die Anschaffungskosten für die Solarspeicher im Keller sogar höher liegen als die für die Paneelen auf dem Dach. Speicher sind sinnvoll, aber die erheblichen Mehrkosten führen zu einer viel längeren Amortisationszeit. Können wir uns das leisten?

Mutter Junge:

Ich fürchte nicht. Unsere Kinder sind hier nur ein paar Jahre. Das ist eine recht kurze Zeit im Vergleich zur Amortisation der Solaranlage. Sowohl Paneelen als auch Akkus kommen aus China. Wollen wir das unterstützen?

Herr Technow:

Ich kann verstehen, dass die Zahlen, die da genannt werden, zunächst irritieren. Träger der Schulen ist die Kommune. Das bedeutet: Sie bringt die Kosten auf. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie dabei wegen des Vorbildcharakters besonders gefördert wird.

Mutter Kummer:

Ich habe aber immer noch die Sorge, dass alles viel teurer wird als geplant und wir Eltern dann doch einspringen müssen, wenn wir nicht wollen, dass unsere Kinder im Dunkeln und in der Kälte sitzen.

Vater Sorge:

Nun mahlen sie mal nicht so ein Schreckensbild an die Wand. Es ist zu begrüßen, dass unsere Schule mit der Zeit geht. Aber zu welchem Preis? Was wird für diese Innovationen zurückgestellt. Wenn es wirklich noch Zuschüsse des Landes für bauliche Maßnahmen gibt, dann bitte für Dringliches. Ich meine, die Sanitäranlagen sind so runtergekommen. Unser Sohn kommt nach Haus und rennt sofort ins Bad, weil er sich während der Schulzeit den Gang zur Toilette verkneift. Vor diesem Abend habe ich mir die Räume angesehen. Ich würde da auch nicht auf die Toilette gehen.

Schulleiter Hämpel:

Ich verstehe Ihre Sorgen hinsichtlich der sanitären Anlagen. Aber ein Verzicht auf das Pilotprojekt führt nicht automatisch zur Verbesserung der Situation auf den Toiletten unserer Schule. Das sind unterschiedliche Fördertöpfe.

…… eine Stunde später ……

Mutter Alterna:

Der Herr von den Stadtwerken hat uns erklärt, welche Baumaßnahmen anstehen und wie das alles finanziert wird. Aber die Stadtwerke sind doch nicht die einzigen Anbieter. Ich habe gehört, dass es eine private Firma gibt, die das alles für einen monatlichen Betrag anbietet. Zudem sollte das örtliche Handwerk profitieren. Das sollten wir prüfen.

Schulleiter Hämpel:

Der heutige Abend diente dazu, das Projekt grundsätzlich vorzustellen und die Akzeptanz der Elternschaft zu klären. Für die Schulleitung ist klar, dass das Projekt nur erfolgreich sein wird, wenn die Eltern das wollen. Das war ein interessanter Abend. Wir sollten nichts überstürzen. Die Sonne bleibt uns noch lange erhalten. Und das ist gut so.

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