Einblicke in den aktuellen Arbeitsstand zur Endlagersuche
Um das Vorgehen zur Suche nach einem Atommüllendlager transparent zu machen, veröffentlicht die Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) zunehmend regelmäßig ihre Arbeitsstände. Im Jahr 2020 wurde erstmalig eine Karte mit 90 regionalen Teilgebieten bekannt gegeben, die für die Entsorgung von hochradioaktivem Müll geeignet sein könnten. Sie umfasste damals 54% des Gebiets von Deutschland.
Am 4.11.2024 präsentierte die BGE dann eine neue Karte, bei der die in Frage kommende Fläche 44 Prozent des geologischen Untergrunds umfasste. Bei den am 3.11. 2025 aktualisierten Zahlen sind immer noch 25 Prozent der bundesrepublikanischen Fläche im Rennen.
Wer sich den Stand der Arbeiten ansehen möchte, kann einen interaktiven Navigator nutzen:
www.bge.de/navigator oder
https://navigator.bge.de/phase-i-schritt-2/der-weg-zu-den-standortregionen
Hier können Interessierte über die integrierte Postleitzahl-Suchfunktion Informationen zu ihrem Wohnort erhalten.
Lisa Seidel, Bereichsleiterin Standortauswahl bei der BGE, erläutert anlässlich der Veröffentlichung: „Der Arbeitsstand zeigt Flächen in Teilgebieten, die bereits einen oder zwei der vier Prüfschritte zur Bewertung der Sicherheit durchlaufen haben. Die orange- und gelbeingefärbten Flächen haben die ersten beiden Prüfschritte der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen nicht bestanden und sind als Endlagerstandort ungeeignet (orange) oder gering geeignet (gelb). Des Weiteren greifen wir einen Wunsch aus der Öffentlichkeit auf, die verbleibenden Gebiete hinsichtlich des Bearbeitungsfortschritts weiter zu differenzieren. Die in Türkis dargestellten Gebiete zeigen, wo die ersten beiden Prüfschritte der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen abgeschlossen sind und die tiefergehende sicherheitsgerichtete Bewertung beginnt. Die grauhinterlegten Gebiete stehen noch am Anfang des Prüfprozesses, sollen aber bis Mitte 2026 auch die ersten beiden Prüfschritte durchlaufen haben, so dass dann keine grauen Flächen im Bundesgebiet mehr vorhanden sein werden.“
Das Forum Endlagersuche am 21./22. November 2025 in Hannover bietet die Möglichkeit, tiefer in das Thema einzusteigen. Programm und Anmeldung (Teilnahme vor Ort oder online möglich) unter
https://forum-endlagersuche.de/
Hier werden auch aktualisierte Zeitpläne zum Thema gemacht. Selbst wenn eine ambitionierte Standortentscheidung Mitte dieses Jahrhunderts erfolgte, hätte dies immer noch erhebliche Konsequenzen für die auslaufenden Genehmigungen der Zwischenlager für atomaren Müll an den bisherigen AKW-Standorten. Das könnte Sie auch außerhalb der Teilgebiete betreffen, diskutieren Sie deshalb mit.
Ende 2027 will die BGE dann einige wenige Standortregionen für die übertägige Erkundung vorschlagen, die vor Ort durch Anwendung von geowissenschaftlichen Messmethoden, wie Schallwellen in den Untergrund (3D-Seismik) und Bohrungen, auf ihre Eignung weitergehend untersucht werden sollen. Der Standortregionenvorschlag wird durch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) geprüft und dem Bundestag zur Entscheidung vorgelegt. Erst nach Festlegung durch den Gesetzgeber wird die BGE die Erkundungen in den vorgeschlagenen Standortregionen umsetzen.

Folie von BGE
Diese Folie zeigt die Arbeitsstände
Mehr von Susanna Allmis-Hiergeist
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