Mainz als Vorbild für den Bonner Bahnhofsvorplatz?

18. Oktober 2023 | Gesellschaft, Umwelt | 0 Kommentare

Ob es der Bahnhofsvorplatz in Mainz oder der Busbahnhof in Göppingen ist, beides vorbildlich geplant und umgesetzt. Vielleicht regt dieser Beitrag die Verantwortlichen in Bonn zum nachdenken an. Beim Bahnhofsvorplatz ist es ja schon zu spät, es sei denn, wir reißen die vorhandenen Gebäude wieder ab. Beim Busbahnhof wäre ein wenig über den Tellerrand schauen sicher sinnvoll.


Herand Müller-Scholtes/Jürgen Huber


Der Bahnhofsvorplatz

Genug Platz sich sicher zu bewegen Foto: Herand Müller-Scholtes

Platz genug für alle. Foto: Herand Müller-Scholtes

Im Normalfall werden Stadträume von der Funktion her geplant, also von der Hauptnutzung aus gesehen. Verkehrsknoten wie Bahnhofsvorplätze somit über schnelle Umstiegsmöglichkeiten im ÖPNV. Wenn noch Raum zur Verfügung stünde wäre ein optischer Willkommensgruß optimal. In Bonn wurde leider zunächst das Bahnhofsvorplatz-gelände mit Gebäuden verstellt. Bezeichnenderweise noch „Urban Soul“ genannt.

Gleise in alle Richtungen Foto: Herand Müller-Scholtes

Wirklich unbeschreiblich harmonisch Foto: Herand Müller-Scholtes

Somit besteht jetzt die Notwendigkeit, um das was noch an Fläche für den Verkehr übrig ist, um die Gebäude herum zu planen.
Da wir ja wegen der Mainzelbahn sowieso in Mainz sind, schauen wir uns doch einmal den dortigen Bahnhofsvorplatz an.
Wer dort aus dem Bahnhof kommt, traut kaum seinen Augen.

 

 

Auch die Mainzelbahn startet dort Foto: Herand Müller-Scholtes

Vor dem Bahnhof ist Fußgängerzone. Foto: Herand Müller-Scholtes

Wie von einer unsichtbaren Kraft gelenkt fließt dort alles harmonisch auf engstem Raum. Fußgänger mit Kinderwagen und Rollatoren, Straßenbahnen, Busse, dazu Fahrräder und Taxis sowie E-Scooter.
Die Lösung ist einfach und wirkungsvoll: Der Bahnhofsvorplatz gilt in Mainz als Fußgängerzone mit den üblichen Bedingungen. Alle halten sich daran. Zu schön, um wahr zu sein?

 

 

Trostloses Gebilde vor dem Bonner HBF Foto: Jürgen Huber

Situation vor dem Bonner HBF. Bahnhaltestelle a la Bonn Foto: Jürgen Huber

Mainz hat an die 220.000 Einwohner. Mehr als Bonn ohne Beuel und Bad Godesberg. Bei uns in Bonn sind wir bislang oft Opfer einer Verkehrs- und Stadtplanung, die den Menschen nicht mit einbezieht.
Das Geheimnis von Mainz? Weitsichtige Verkehrs-planer*innen haben den Individualverkehr vom Bahnhofsvorplatz verbannt!

 

 

 

Das ist bisher in Bonn nicht hinzubekommen, obwohl der Bahnhof völlig stressfrei und behindertengerecht über eine eigene Brücke vom Parkhaus zu erreichen ist. Zu laut sind noch die Stimmen derer, die der Meinung sind, das Auto sei die einzige Möglichkeit, Umsätze in der City zu generieren. Bei einer vernünftigen Planung muss eine Stadt mit attraktiven Angeboten und kurzen sowie sicheren Wegen keine Angst vor dem Online-Handel haben.

Der Busbahnhof

Der Busbahnhof Bonn; gefährlich und wenig ansprechend! Bild: Jürgen Huber

Der Bonner Busbahnhof Foto: Jürgen Huber

Das nächste Bonner Projekt wirft seine Schatten voraus. Aber irgendwie nur Schatten, denn viel aussagekräftiges findet sich nicht. Die Ankündigung einer Bürgerbeteiligung im dritten Quartal 2023 findet sich auf der Webseite der Stadt Bonn. Gerüchteweise ist über die Beauftragung einer Planungsgruppe zu hören: Dann hätte offensichtlich die Planung schon begonnen. Also schon wieder an der Bürgerschaft vorbei?

 

 

Im Fischgrätenmuster finden die Busse ihre Haltestellen. Foto: Herand Müller-Scholtes

Dächer gegen Regen und Bäume für frische Stadtluft Foto: Herand Müller-Scholtes

Wie auch immer, hier wäre ein Blick über den Tellerrand nach Göppingen von Vorteil. Denn hier findet auf gleicher Fläche wie in Bonn geordneter Busverkehr statt.
Die Busse kommen von zwei Seiten angefahren und verteilen sich im Fischgrätenmuster zu ihren Haltestellen. Vor Regen muss keiner Angst haben, großzügige, lichtdurchlässige Dächer schützen die Reisenden vor Nässe von oben.

 

Der Kommentar

Immer wieder fällt in unseren Artikeln auf, dass es in Bonn eine gewisse Unzufriedenheit mit der Planung als auch im Umgang mit der Bürgerschaft gibt! Die Planung scheint sich durch das Umschauen in anderen Städten (Utrecht) etwas zu verbessern, wenn das erlebte auch vernünftig umgesetzt wird. Wie es um die Bürgerbeteiligung steht, geben wir dem Verfasser Recht, hier sehen wir noch einen erheblichen Verbesserungsbedarf.

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