In dieser Ausgabe bleiben wir erst einmal in Bonn und schauen uns an, was die Unwetter in Bonn anrichten.
Danach betrachten wir uns den Rhein, der ja bekanntlich durch Bonn fließt und nicht immer ein „braves Flüsschen“ ist.


Jürgen Huber


Bonn

Wenn ich die Nachrichten höre wird mir immer wieder bestätigt, dass Bonn häufig von Unwettern verschont bleibt.
Als sich im Dezember 2023 ein Sturm Namens Zoltan seinen Weg durch Teile von Bonn bahnte, traf es neben den üblichen Verdächtigen besonders den Stadtteil Bad Godesberg. Seinen Weg nahm Zoltan laut Feuerwehr durch Rüngsdorf und Mehlem.

Im Sturm abgeknickter Baum Foto: Jürgen Huber

In Mehlem am Nippenkreuz konnte ich im Umkreis von 100 Metern drei Bäume erkennen, die vor Zoltan im wahrsten Sinne eingeknickt waren. Ein Baum am Rheinufer wurde entwurzelt und blockierte den Radfahrweg.
In unserem Garten hatte sich ein Dachziegel zirka 10 Zentimeter in den Boden „gerammt“. Von ernsthaften Personenschäden wusste die Feuerwehr nicht zu berichten, aber von hohen Sachschäden durch abgedeckte Dächer und auf Häuser gefallene Bäume.

Wenn es also ein Unwetter nach Bonn schafft, so hat die Feuerwehr einen Haufen Arbeit zu erledigen.

Der Rhein

Betrachten wir uns jetzt das große Wasser, welches Bonn in zwei Teile trennt. Viele Anliegenden bekommen immer mal wieder Besuch vom „Vatter Rhein“.
Im Jahre 1993 stieg der Rheinpegel auf 10,13 Meter, der höchste Wasserstand des Jahrhunderts, also ein Jahrhunderthochwasser. Der Rhein hat es wohl nicht so mit dem „Gedächtnis“, denn zwei Jahre später stieg der Pegel noch einmal auf über zehn Meter an.
Das wohl markanteste Ereignis war das Anheben des „Schürmann Baus“, heute Sitz der „Deutschen Welle“. Das Grundwasser drückte die „Wanne“ des Fundamentes um 70 Zentimeter nach oben. Dann war erst einmal Pause mit Bauen, denn ein langer Rechtsstreit begann.
Ich berichte von meiner eigenen Erfahrung aus dem Jahre 1993, allerdings nicht in Bonn, denn ich war eine gewisse Zeit meiner Heimatstadt untreu.
In der Stadt Unkel mit meinem Laden ansässig, gab es für mich eine besondere Überraschung zum Weihnachtsfest. Als damals noch aktiver Wildwasserfahrer freute ich mich in der Vorweihnachtszeit über den vielen Regen, der die Kleinflüsse im Westerwald und der Eifel anschwellen ließ. Die Weihnachtsüberraschung war perfekt, mal wieder auf den Kleinflüssen paddeln.
Es kam dann völlig anders; die Feuerwehr fuhr abends mit Lautsprecherdurchsagen durch die Straßen und meldete, dass der Rhein stündlich um 10 Zentimeter steigen würde. Der Stadtkern von Unkel sei stark gefährdet und es wurde aufgefordert, die unteren Etagen der Häuser zu räumen.
Bevor ich die Ware etwas nach oben verlagerte, benachrichtigte ich meine Vermieterin, ebenfalls im Erdgeschoss lebend. „Nein, das kann nicht sein, das Wasser kann nicht so hoch kommen“, war die Antwort.

Lampen im Rhein © Foto Jürgen Huber

Als der Rhein dann doch durch die Hintertür hochkam, suchte sie ganz verzweifelt nach Möglichkeiten , ihre Möbel eine Etage höher zu bekommen. Das realisierten dann die Junggesellen des Ortes.
Nachdem der Rhein meinen Laden besucht hatte stand ich Weihnachten dort und habe den Schlamm des Rheines beseitigt. Der musste schnell entfernt werden, solange er noch feucht war, danach wäre er getrocknet und ich hätte einen Zementfußboden gehabt.
Das war eine besondere Überraschung zum Weihnachtsfest.

Was ist zu tun?

Es wird schon eine Menge unternommen, um den erwarteten Klimawandel zu bremsen. Ich berichtete in der letzten Ausgabe über einen kleinen Teil der Maßnahmen in Bonn. Neben dem Bremsen des Klimawandels müssen wir uns gewaltig Gedanken machen, wie wir mit den zu erwarteten Folgen umgehen.
Und da wird es schwierig, hier macht sich das Sankt Florians Prinzip bemerkbar.
Am Oberrhein war großes Konfliktpotential aufgetreten, als es um die Flutung von Flächen gegen das Hochwasser ging. Zum einen gab es den Naturschutz, zum anderen stellten sich die Landwirte quer, als es um ihre Flächen ging, die dann nur noch teilweise genutzt werden konnten. Dass diese Flächen irgendwann einmal dem Rhein gehörten und durch „Eindeichung“ diesem abgerungen wurden, haben viele vergessen. http://www.bund-rvso.de/rhein-hochwasser-schutz.html
Im Ahrtal ist zu beobachten, dass die gleichen Fehler wie vor der Flut gemacht werden.
Wir müssen wieder mehr an die Gemeinsamkeit denken, damit auch die Generationen nach uns von den Folgen des Klimawandels soweit wie möglich verschont werden.
Ach ja, was wäre zu tun? Ein bisschen mehr „Gemeinschaftssinn“ unter den Menschen wäre ganz angebracht, aber wie soll es im Großen gehen, wenn es schon im Kleinen nicht zu realisieren ist.

 

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