Die Herzenssprechstunde ist kein Abklatsch von „Fragen Sie Doktor Jürgen,“ sondern eine Diskussionsveranstaltung.
Hier können sich Bürger*innen direkt mit Vertretern von Politik und Verwaltung austauschen. Die Themen werden von der Bürgerschaft bestimmt.
Jürgen Huber
Nach der Begrüßungszeremonie, in der alle Vertreter*innen der Parteien in der Bad Godesberger Bezirksvertretung herzlich begrüßt wurden, stellte die Moderatorin die erste spannende Frage.
Die Koalitionsverhandlungen
Wie weit es denn mit den Koalitionsverhandlungen sei. Alle Anwesenden hielten sich bedeckt.
Die Kernaussage war: Verhandlungen laufen; darüber können wir hier nichts sagen.
Der Vertreter von VOLT meinte, es seien keine eindeutigen Mehrheiten zu erwarten.
Dann begann die Fragestunde für die Bürgerschaft.
Die Stadtbahnlinie 16

Bild: Die neue Stadtbahn
Quelle: CAF-Diseno
Als erstes wurde die Meinung zur Kappung der Linie 16 erfragt. Wir erinnern, die Linie 16 soll demnächst nur noch bis Bonn HBF fahren, um Verspätungen, die in Köln entstehen, auszugleichen.
Wer sich von den Parteien dazu äußerte, fand diese Kappung sehr gut. Durch die neue Linie von Siegburg über Bonn Hauptbahnhof nach Bad Godesberg sollte dieses Problem erledigt sein, der Bahnverkehr zwischen Bonn und Bad Godesberg würde durch den kürzeren Linienweg besser.
Die geplante Taktverdichtung auf 5 Minuten wurde jedoch angezweifelt, da in Sankt Augustin die Schranken dann nicht mehr aufgehen würden.
Auch ich zweifele diese Verdichtung nach der Aussage von Herrn Deus an, den ÖPNV kritisch unter die Lupe zu nehmen, denn die Zuschüsse an die SWB wären zu hoch.
Von den Stadtwerken kam noch der Einwand, die Wendeflächen in Bad Godesberg und Bonn Hauptbahnhof seien dann nicht mehr ausreichend und müssten ausgebaut werden. Somit gehe man davon aus, den Takt von Siegburg nach Godesberg auf zehn Minuten zu planen und parallel dazu Fahrten der jetzigen Linie 63 zwischen Bonn und Bad Godesberg aufzustocken.
Radweg zwischen Bad Godesberg und Bonn

Bild: Beispielfoto Radweg
© Jürgen Huber
Als nächstes wurden die Zustände der Radwege zwischen Bad Godesberg und Bonn in der Rheinaue bemängelt.
Hier verhindere nach Meinung der Politik der Denkmalschutz und die „Väter“ der Rheinaue wichtige Maßnahmen.
Eine unkomplizierte und schnelle Lösung wäre, die Radfahrwege gegen die Fußgängerwege zu tauschen.
Miteinander
Es wurde geklärt, dass Ausländer alle Menschen sind, die außerhalb der deutschen Grenzen wohnen.
Wie wird den Menschen die Angst voreinander genommen, war eine Frage aus der Bürgerschaft.
Die Diskussion für ein gemeinsames Miteinander begann.
Es gibt eine Menge privater als auch von Organisationen geführte Initiativen, die Begegnungsmöglichkeiten anbieten. Diese könnten mehr leisten, wenn mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stünden.
Festgestellt wurde auch, dass eine unabhängige Begegnungsstätte für alle Menschen, Kulturen und Vereine fehlt. Hier kam die ehemalige König-Fahd-Akademie ins Gespräch. Die Politik wird sich kümmern.
Unsauberes Stadtbild

Kleidercontainer in Mehlem
© Jürgen Huber
Es begann mit den überquellenden Altkleidercontainern. Die Vertreterin von Bonn Orange erklärte, dass sie nichts machen dürfen, denn die Stadt Bonn verpachtet Flächen an private- und Hilfsorganisationen. Der Altkleidermarkt sei völlig zusammengebrochen, das leeren würde sich nicht mehr rechnen.
Eine Option sei, die „nicht leerenden Organisationen“ zu entpachten, dann dürfte Bonn Orange die Flächen reinigen.
Wer aussortiert, darf die nicht mehr brauchbaren Altkleider auch im Hausmüll entsorgen.
Darauf folgte eine Diskussion über die allgemeine Sauberkeit in der Stadt. Es gibt Städte, die alle Abfallkörbe abgebaut haben und blitzeblank sind.
Dieses wurde sehr kontrovers diskutiert, Bonn Orange erinnerte an den Aufstand, als in Bad Godesberg einige Abfallbehälter entfernt wurden.
Sicherheitsgefühl in Bad Godesberg
Die beiden anwesenden Polizeibeamt*innen berichteten, dass in Bad Godesberg keine außergewöhnlich hohe Kriminalitätsrate zu verzeichnen ist.
Ein immer mehr um sich greifendes Problem ist der Konsum von Lachgas, immer wieder werden Ballons und Kartuschen gefunden.

Polizeiauto Foto: Alexas Fotos By Pixabay
Es gibt sich immer wieder verschiebende Schwerpunkte. Sind diese ermittelt, kümmert sich die Polizei durch verstärkte Kontrollen darum. Wird es den Menschen zu ungemütlich, ziehen sie zum nächsten Platz. Nach einigen Jahren zieht es sie zum ersten Platz zurück, und der Kreislauf beginnt von neuem.
Der Wunsch nach mehr Beleuchtung im Kurpark wurde geäußert. Das war schon einmal Thema, von den Gremien schließlich aus Kostengründen abgelehnt.
Es wird noch einmal aufgenommen.
Der Wunsch nach mehr Polizeipräsenz ist auch bei den beiden Polizist*innen vorhanden: „Wir wünschen uns mehr Personal“!
Am Ende
Wie immer war die Zeit zu knapp, so dass noch einiges an Themen offenblieb. Das liegt nicht nur an den vielen Themen, sondern auch an den langen Monologen mancher Politiker.
Apropos Politiker, für die neue Ratsperiode würde ich mir wünschen, wenn die Politik sich etwas mehr für Bonn als für „Parteipolitik“ einsetzen würde. Es gibt viele gute Ideen, die manchmal an der Parteiideologie scheitern. Vielleicht ist eine ständig wechselnde Mehrheit eine gute Basis für die fruchtbare Zusammenarbeit aller demokratischen Parteien.
Podium:
Politik:
Alfred Giersberg, CDU
Iris Schneider, Grüne
Simon Brauer, SPD, stellvertretender Ortsvereins-Vorsitzender,
(Aaron Eßelborn, FDP, fiel kurzfristig erkrankt aus)
Marcel Schmitt, Bürger Bund Bonn
Julia Hill, Linke
Wolfgang Truckenbrodt, AfD
Uwe Feddern, Volt
Antonia Pohlack, Stimme Bonn International (SBI)
Verwaltung
Christian Schäfer, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle
Sascha Hessenbruch, Leiter Ordnungsamt
Jan Reichelt, Stadtwerke Bonn, stv. Leiter Kundenkommunikation
Martina Mamedi, Bonn Orange (Müll +Straßenreinigung)
Polizei:
Bastian Hamann (Polizeihauptkommissar, Godesberg-Mitte)
Nina Sand, Bezirksdienstleiterin Godesberg
Moderation:
Ebba Hagenberg-Miliu
Veranstalter:
Generationennetzwerk Bad Godesberg
Dieses Mal: Katharina Bete (Haus der Familie), Leonie Kolter (Nachbarschaftszentrum Friesdorf), Ariba Arduc (Haus am Redoutenpark)
Beitragsfoto:
Ariba Arduc.
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Achtung! Wir mussten den Termin des nächsten Bürgerdialogs „Herzenssprechstunde“ in Godesberg-Heiderhof um eine Woche verschieben, weil am 13. November der St. Martin über den Heiderhof reitet (und zweitweise keine Anfahrt möglich ist)!
Wir diskutieren also am 20. November weiter.
https://www.facebook.com/events/1352071723040540
Zu unserem nächsten Bürgerdialog „Herzenssprechstunde“ lädt das Generationennetzwerk Bad Godesberg am 13. November ab 18 Uhr ins Haus auf dem Heiderhof, Tulpenbaumweg 18, 53177 Bonn. Es wird um Anliegen der Bürger auf dem Heiderhof und in Muffendorf gehen.
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