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20. Januar 2024 | Ausgabe 1 / 2024, BUND, Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Politik, Umwelt | 2 Kommentare

Nach städtischen Maßnahmen im Landschaftsschutzgebiet

Downhill-Biker am Venusberg:
Kompromisslos illegal !

Kann die Interessengemeinschaft Bonn-MTB überhaupt auf die Bonner Mountainbiker einwirken? Das aktuelle Geschehen im Landschaftsschutzgebiet stellt dies infrage.


BUND – Kreisgruppe Bonn

Am 10.10.2023 war es soweit. Die Untere Naturschutzbehörde und das Amt für Umwelt und Stadtgrün versperrten die Einstiegspunkte zu den Downhill-Trails am Venusberghang oberhalb des Loki-Schmidt-Platzes mit Baumstämmen und markierten die illegalen Trails mit Verbotsschildern. Begleitet wurde diese Aktion durch Presse und Fernsehen, die im Anschluss ausführlich darüber berichteten. Innerhalb weniger Tage danach wurden die Sperren durch die Downhill-Biker zurückgebaut, überbaut oder beiseite geräumt und die Verbotsschilder entfernt. Auch eine erneute Wiederherstellung der Sperren und Verbotsschilder durch die Stadt am 24.10.2023 hatte nur wenige Tage Bestand.

Die IG Bonn-MTB, die sich für legale Trails im Landschaftsschutzgebiet am Venusberghang einsetzt, konnte der Aktion nicht viel Positives abgewinnen und kritisierte die städtischen Maßnahmen in einer öffentlichen Stellungnahme. Während die Interessengemeinschaft der Bonner Mountainbiker „Verständnis für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen“ hat, weil es „absolut verständlich“ ist, dass „der illegale Trailbau ohne naturschutzfachliche Begleitung u.U. Schäden für schützenswerte Arten der Flora & Fauna nach sich zieht“, wurde die mangelnde Kommunikation der Stadt im Vorfeld der Trailblockaden vermisst und die seitens der Unteren Naturschutzbehörde und des Amtes für Umwelt und Stadtgrün wiederholt verwendete Bezeichnung von Mountainbikern als Naturstörer kritisiert. Erstaunlich ist hierbei die Erwartung der Interessengemeinschaft vor einer solchen Rückbaumaßnahme durch die Stadt informiert zu werden. Die IG Bonn-MTB stellt außerdem die Kooperationsbereitschaft der Stadt in Frage, weil die „Wirksamkeit dieser Aktion während der Umsetzung von beteiligten leitenden städtischen Mitarbeitern in Frage gestellt wurde und die Erfolgsaussichten als kurzfristig und gering eingeschätzt wurden“.

Allerdings lagen die städtischen Natur- und Umweltschutzexperten mit ihrer Einschätzung im Gegensatz zur Interessengemeinschaft leider völlig richtig. Die Geschwindigkeit, in der städtische Maßnahmen von anarchistischen Bikern konterkariert wurden, ist atemberaubend und macht sprachlos.

Die Interessengemeinschaft erschien ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos; jedenfalls war trotz hohem medialem Interesse kein öffentlicher Aufruf der Interessengemeinschaft zu erkennen, dass die von der Stadt gesperrten Strecken von den Downhill-Bikern nicht mehr befahren geschweige denn zurückgebaut werden sollten.

Nachdem die Stadtverwaltung nach mehrjähriger Befassung mit dem Thema und Einbindung der Interessengemeinschaft Mitte August 2023 einen Workshop durchgeführt hat, zu dem erstmals auch Kritiker von Downhill-Trails am Venusberghang wie BUND und NABU eingeladen wurden, sollen in einem weiteren Workshop Lösungsansätze diskutiert werden, wie das illegale Fahrverhalten im Landschaftsschutzgebiet unterbunden werden kann. Die Interessengemeinschaft strebt eine legale Möglichkeit für Downhill-Biker an, damit das Anlegen und Befahren von illegalen Trails unterbleibt. Während die IG Bonn-MTB behauptet, sie setze sich „innerhalb der Bonner Mountainbike-Community für ein rücksichtsvolles Verhalten und den Schutz der Natur ein“, ist jedoch keine Unterstützung erkennbar, offensichtliche Regeln einzuhalten. Offenbar überschätzt die Interessengemeinschaft ihren Einfluss auf kriminelle Downhill-Biker, falls sie überhaupt einen Einfluss auf ihre Community ausüben will oder kann.

Stellungnahme IG Bonn-MTB zur Trailblockade an die Stadt Bonn
https://www.bonn-mtb.de/stellungnahme-zur-trailblockade-an-die-stadt-bonn/

Wir haben es satt! – Demo am 20.1.23 in Berlin
Wir möchten gerne wieder mit vielen Leuten gemeinsam aus Bonn hinfahren. Wir fahren mit dem Zug um 5.26 h ab Bonn, Umstieg in Köln. Wer selber eine BahnCard hat, möge sich bitte möglichst bald eine Fahrkarte besorgen. Als BUND werden wir 10 Gruppentickets bereitstellen. Wir hoffen viele von euch auf der Fahrt oder in Berlin auf der Demo zu sehen.
PS: Wer will, kann auch nach der Demo an Programmen teilbehmen, z.B Soup & Talk ab 16 h in der Heinrich-Böll-Stiftung
Die Gruppenfahrt startet um 5:26 h in Bonn Hbf mit dem IC, Umstieg in Köln in den ICE 1155 um 6:17h. Wir werden gegen 00.05 h wieder zurück sein. Wer mitfahren möchte, melde sich bitte telefonisch (0228-6204601) oder per Mail (diethelms@web.de) bei Diethelm Schneider. Außerdem den Beitrag von 39 Euro pro Person unter dem Stichwort: _Demo wir haben es satt_ überweisen auf das Konto
BUND-Bonn
IBAN DE16 3705 0198 1981 0065 86
Spenden sind ebenfalls willkommen, unter dem Stichwort: _Spende Demo wir haben es satt_ überweisen auf das oben genannte Konto. Bitte meldet Euch bald möglichst an, damit wir das organisieren können!
Macht mit, kommt zahlreich, mobilisiert!


Nachhaltigkeit ganz praktisch:

Kleidertausch-Party der BUNDjugend

Im Oktober haben vier Studentinnen in der Bonner Innenstadt ein leerstehendes Ladenlokal in einen Begegnungsraum umgewandelt („Leerstand als Begegnungsraum“). Dort kann jeder ohne Konsumzwang verweilen und es wird ein vielseitiges Programm angeboten. Auch die BUNDjugend Köln/Bonn hat die Räumlichkeiten in der Brüdergasse genutzt und am 18. November eine Kleidertausch-Party veranstaltet.


Laura Dietz

Die Kleidertauschparty der BUNDjugend Köln-Bonn fand großen Anklang.
Foto: BUNDjugend Köln-Bonn

Alle konnten aussortierte Kleidung abgeben und/oder das mitnehmen, was gefällt. Auf Kleiderstangen und Tischen wurden die Hosen, Röcke, Oberteile und Accessoires ausgelegt. Bei Musik und guter Laune stöberten die Menschen durch die Teile – so haben viele Kleidungsstücke den Weg in einen neuen Kleiderschrank gefunden. Die Aktion wurde sehr gut angenommen und hat gezeigt, dass Interesse an weiteren derartigen Formaten besteht. Häufig sammelt sich Kleidung an, die nicht mehr passt oder gefällt und dann auf ewig im Schrank liegen bleibt. Eine konsumfreie und vor alles kostenlose Möglichkeit, um diese Kleidungsstücke weiterzugeben, bietet eine Kleidertauschparty. Diese kann gemeinsam mit Freund*innen besucht und so zu einem schönen Event werden. Die BUNDjugend Köln/Bonn plant auch schon ihren nächsten Kleidertausch am 13. April 2024 in der VHS Bonn.

Da das Crowd-Funding für die Monatsmieten Dezember und Januar des Begegnungsraumes erfolgreich war, kommt gegebenenfalls auch hier noch eine Veranstaltung zustande.

Ihr habt Lust bei der Planung solcher Aktionen mitzuhelfen?
Dann kontaktiert die BUNDjugend Köln/Bonn per Mail
(koeln_bonn@bundjugend-nrw.de) oder Instagram (bundjugend_koeln_bonn). Wir freuen uns über neue Mitglieder in der Gruppe, alle sind herzlich willkommen!

Die BUND – Kreisgruppe Bonn
trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat
um 19:30 Uhr im Ökozentrum Bonn,
Friesdorfer Straße 6, 53173 Bonn

Aktiventreffen in nächster Zeit sind am 10. Januar und am 14.Februar 2024


Die BUND – Kreisgruppe Bonn
trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat
um 19:30 Uhr im Ökozentrum Bonn,
Friesdorfer Straße 6, 53173 Bonn

Aktiventreffen in nächster Zeit sind am 10. Januar und am 14.Februar 2024

2 Kommentare

  1. Hallo,
    findet der geplante Kleidertausch am 13. April statt?

    Antworten
    • Hallo,
      wir von der Redaktion gehen davon aus, dass der geplante Termin stattfindet, da wir nichts anderes gehört haben.
      Liebe Grüße

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