Gesellschaft,  Politik

Bürgerantrag zur ersten Fahrradzone in Bonn

Fahrradverkehrssicherheit in der Zone

Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung können Fahrradzonen analog zu den Tempo 30-Zonen eingerichtet werden. Ein Bürgerantrag an die Stadt Bonn schlägt vor, die Straßen rund um den Campus Poppelsdorf als Fahrradzone auszuweisen.

Valeska Decker und Ralf Wolff

Der Bürgerantrag thematisiert die Verkehrsberuhigung rund um den Universitätscampus Poppelsdorf. Mithilfe einer innovativen Radverkehrszone nach Vorlage der künftigen StVO 2020 wird der von Universität Bonn und weiteren Behörden des Landes NRW im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags beschlossene Mobilitätsplan weiterentwickelt.


WAS?

Wir beantragen die Ausweisung einer Fahrradzone im näheren Umfeld des Universitätscampus Poppelsdorf.
Diesem Antrag ist eine Planskizze beigefügt. Die mit unserer Planskizze vorgeschlagene Fahrradzone beinhaltet das Plangebiet des Bebauungsplans 7621-54, deckungsgleich mit dem Campus Poppelsdorf, das Plangebiet des B-Plans 7621-49 südlich der Carl-Troll-Straße sowie weitere Universitätsgrundstücke östlich der Nußallee bis zur Wegeler Straße. Folgende öffentlichen oder privaten Straßen sollen in die Fahrradzone rund um den Campus Poppelsdorf integriert sein: Wegeler Straße (öffentlich), Wolfgang-Paul-Alle (privat) Nußallee (privat), Katzenburgweg (öffentlich, zwischen Endenicher Allee und Carl-Troll-Straße), Karlrobert-Kreiten-Straße, Carl-Troll-Straße (öffentlich). Insbesondere die Nußallee soll als Durchfahrtsstraße nur noch dem Öffentlichen Verkehr, Anlieger- und Zulieferverkehr dienen. Die Stadt Bonn soll die Ausweisung der Fahrradzone im Bereich der privaten Straßen im Eigentum des Landes NRW im Einvernehmen mit Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW vornehmen.


WARUM?

Die Novellierung der Straßenverkehrsordnung liegt derzeit noch im Bundesrat zur Abstimmung vor. Unbestritten ist deren Ziel, künftig den schwächeren Verkehrsteilnehmenden stärkeren Schutz zukommen zu lassen.
Gemäß der Novelle der Straßenverkehrsordnung wird es möglich, kleinere, schmale Straßen nicht nur als Fahrradstraße zu deklarieren, sondern sie zu einer Fahrradzone zu verbinden. Die Straßenverläufe der auszuweisenden Fahrradzone am Campus Poppelsdorf sind generell sehr schmal. Das Radfahren ist auf ihnen sehr unsicher, da Autofahrerinnen ohne besondere Ausschilderung die Radfahrerinnen oft überholen. Die Sperrung insbesondere der Nußallee für den Durchgangsverkehr wäre eine enorme Entlastung für alle Studierenden und Mitarbeiterinnen der Uni Bonn, die täglich mit dem Rad durch die engen Straßen fahren. Auch die Schülerinnen des angrenzenden Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums werden von der Ausweisung der Wegeler Straße als Fahrradzone profitieren.
Im Vorfeld der Aufstellung des Bebauungsplans 7621-54 vom August 2015 mit Ausweisung der privaten Straßen des Campus bestand mit dem Masterplan Innere Stadt Bonn die Absicht, nach historischem Vorbild eine Promenade entlang der Nußallee anzustreben. Die Ausweisung der Fahrradzone kommt dieser städtebaulichen Perspektive ganz besonders entgegen und setzt in der Entwicklung des Stadtteils einen besonderen Akzent.
Schließlich beinhaltet auch der städtebauliche Vertrag der Universität Bonn, Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und der Stadt Bonn 2015 einen Mobilitätsplan, mit dem die Verkehrsströme zum Campus Poppelsdorf weg vom automobilen Individualverkehr und hin zu Fahrrad und ÖPNV verlagert werden sollen (Pressemitteilung der Universität im Oktober 2015). Die Einrichtung einer Fahrradzone würde dann die Weiterentwicklung und Umsetzung des Mobilitätsplanes darstellen.


WER UNTERSTÜTZT?

Die künftige Novelle der StVO bietet mit der Fahrradzone mehr Sicherheit für Fahrradfahrerinnen und Fußgängerinnen. Unterstützung für die Ausweisung der Fahrradzone haben der ADFC Bonn und die Initiator*innen des Radentscheids Bonn zugesagt. Der Geschäftsführung der Universität Bonn liegt ein entsprechender Antrag vor.

Erschienen in der Ausgabe 6_20